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Card-Link-Verfahren
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Doc Morris rollt diese Woche neue E-Rezept-Funktion aus

Noch in dieser Woche will der Versender Doc Morris seine neue E-Rezept-Funktion deutschlandweit ausrollen. Das teilte der Konzern heute mit und bestätigte gleichzeitig seine jüngste Prognose der Quartalszahlen.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 16.04.2024  09:20 Uhr

Im Zuge der nun bestätigten Umsatzzahlen des ersten Quartals 2024, die sich laut Doc Morris mit einem Wachstum von 10,3 Prozent in Lokalwährung gegenüber dem Vorjahreszeitraum »planmäßig« entwickelt haben, feierte der Konzern vor allem seinen Zugang zum E-Rezept-Markt. 

Die neue E-Rezept-Funktion in der Doc-Morris-App wird demnach noch in dieser Woche deutschlandweit zur Verfügung stehen. Gemeint ist das Card-Link-Verfahren, für das der Versender erst in der vergangenen Woche die Gematik-Zulassung erhalten hatte. Aktuell würden täglich mehr als 2 Millionen digitale Verordnungen ausgestellt und bereits mehr als 150 Millionen E-Rezepte eingelöst. Ein Zuwachs beobachtet das Unternehmen nach eigenen Angaben von Monat zu Monat. Und dieser Trend werde sich mit der Card-Link-Lösung weiter fortsetzen, heißt es.

»Dieser einfache Einlöseweg stellt ein enormes Marktpotenzial dar und ermöglicht darüber hinaus komfortable Service-Angebote«, teilte der Konzern am heutigen Dienstag mit. Wer sein E-Rezept bis 20 Uhr einlöse, erhalte das Medikament bereits am nächsten Werktag. »Chronisch kranke Patienten mit Dauermedikation können sich für ein Folgerezept-Abo einschreiben und damit die lückenlose Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln sicherstellen«, so das niederländische Versandapotheke. Und nicht zuletzt erlaube das E-Rezept, dass Ärzte auch bei einer telemedizinischen Betreuung Verordnungen ausstellen könnten.

TeleClinic wächst auch

In dem Zusammenhang wies Doc Morris ebenfalls auf das »beeindruckende Wachstum« seines Tochterunternehmens TeleClinic hin, eine Plattform für Online-Arztbesuche. Demnach haben darüber inzwischen mehr als 2000 niedergelassene Ärzte mehr als 1,6 Millionen Fälle behandelt.

Deutschland ist nach wie vor der Hauptmarkt für den Versender. Der Außenumsatz ist hierzulande im ersten Quartal 2024 um 11,1 Prozent in Lokalwährung beziehungsweise um 6,3 Prozent in Konzernwährung auf 247 Millionen Schweizer Franken (rund 255 Millionen Euro) gestiegen. Treiber des Wachstums waren die OTC-Präparate. Gleichzeitig begründet das Unternehmen den Zuwachs durch einen niedrigen Vorjahresvergleichswert.

Konkret sind die die OTC-Verkäufe in Lokalwährung um 17,2 Prozent gestiegen, der Umsatz mit Rx-Medikamenten war dagegen mit einem Minus von 17,5 Prozent »erwartungsgemäß zunächst rückläufig«. Verantwortlich für das Minus ist nach Konzernangaben wieder die E-Rezept-Problematik. Denn Patienten hätten die papierlosen Verordnungen im ersten Quartal bei Online-Apotheken noch nicht volldigital einlösen können.

Dennoch kalkuliert Doc Morris mit dem zunehmenden Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten auf Basis der Card-Link-Lösung und sieht auch seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2024 erfüllt. Mit dem E-Rezept soll der Außenumsatz um mehr als 10 Prozent ansteigen.

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