| Cornelia Dölger |
| 16.12.2025 09:46 Uhr |
Mit dem Start der Versandapotheke dm-med will das Unternehmen seine Gesundheitsstrategie weiter ausbauen. / © Imago/NurPhoto
Mit »Lékárna« ist die Illustration zum Auftakt des dm-OTC-Versands überschrieben, also mit dem tschechischen Wort für »Apotheke«. Die Pressemitteilung zum heutigen Start, der lange angekündigt und öfter verschoben worden war, kommt also gleich in Apothekenaufmachung daher. »Neuer Impuls für den Gesundheitsmarkt: Start der Versand-Apotheke dm-med«, verkündet der Karlsruher Drogerieriese, der ab heute aus dem tschechischen Bor versendet.
Mit dem Start der Versandapotheke dm-med will das Unternehmen seine Gesundheitsstrategie ausbauen. Kundinnen und Kunden können demnach ab sofort online sowie in der dm-App rezeptfreie, apothekenpflichtige Produkte sowie apothekenexklusive Artikel bei dm-med bestellen. dm startet mit rund 2500 OTC-Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und diätetischen Lebensmitteln sowie knapp 1000 Produkten aus dem Bereich Dermokosmetik. Bedient werden sollen unter anderem die Kategorien Schmerztherapie, apothekenpflichtige Nahrungsergänzung, Grippemittel und Frauengesundheit.
Kundinnen und Kunden könnten OTC-Arzneimittel nun zusammen mit Drogerieprodukten aus dem dm-Onlineshop bestellen, in der Regel komme die Lieferung in einer Sendung, wahlweise nach Hause oder an eine Abholstation im dm-Markt. dm wirbt dabei mit einer »Dauerpreisgarantie«.
In der Präsenzapotheke überwachten die Mitarbeitenden der neuen Versandapotheke die Bestellungen. Für Fragen zum Sortiment stünden deutschsprachige Apothekerinnen und Apotheker sowie PTA im dm-med-Kundenservice bereit – allerdings laut Website-Angaben nur montags bis freitags 9 bis 14 Uhr.
dm-Chef Christoph Werner will mit dem neuen Angebot mehr »Sortimentskompetenz« generieren. Dass man mit neuen Gesundheitsangeboten veränderten Kundenwünschen nachkomme, hatte das Management schon bei der Jahrespressekonferenz im Oktober unterstrichen. Der OTC-Versand sei mithin eine »Sortimentserweiterung«. Man komme mit dem Konstrukt über die Präsenzapotheke in Tschechien den Vorgaben hierzulande nach, erklärt er – und aus seiner Sicht auch den Patientinnen und Patienten. Er sehe keinen Raum für »Besitzstandwahrung« im Gesundheitssystem.
Bereits seit diesem Sommer bietet dm verschiedene Gesundheitsdienstleistungen an. Das Gesundheitssystem brauche einen Wandel, »weg von einer krankheitszentrierten Ausrichtung, hin zu mehr Gesundheitsförderung und Prävention«, so Sebastian Bayer, dm-Geschäftsführer für das Ressort Marketing und Beschaffung. Dieser Vorstoß war bei medizinischen Fachverbänden auf harsche Kritik gestoßen, unlängst reichte zudem die Wettbewerbszentrale eine Klage gegen die neuen Dienstleistungen ein.