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Apobank-Chef Matthias Schellenberg
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dm-Einstieg als »politischer Weckruf«

Die Drogeriekette dm ist Mitte Dezember in den OTC-Versand eingestiegen. Für Matthias Schellenberg, CEO der Deutschen Apotheker und Ärztebank (Apobank) ist das mehr als eine unternehmerische Entscheidung, »es ist ein gesundheitspolitisches Signal«, sagte er gegenüber der PZ. Schellenberg fordert ein Bekenntnis zur Apotheke von der Politik.
AutorAlexander Müller
Datum 06.01.2026  14:30 Uhr

Mit 2500 OTC-Präparaten im Angebot startete dm-med am 16. Dezember mit dem Versand aus Tschechien. Über die ersten Erfahrungen und Ziele sprach dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer, schon eine Woche nach dem Start mit der PZ.

Während man sich beim Drogerieriesen zufrieden zeigt, gibt es aus der politischen Sphäre auch Kritik an dem Vorstoß in den Arzneimittelmarkt. Niedersachsens Sozialminister Andreas Philippi (SPD) kritisierte dm-med und forderte eine verlässliche Arzneimittelversorgung.

Auch Apobank-Chef Schellenberg schlägt Alarm: »Die gewohnte Option, eine Apotheke um die Ecke, schwindet zunehmend seit Jahren.« Schuld daran seien die unzureichende Honorierung und der ungleiche Wettbewerb der ausländischen Versandhändler sowie neuerdings der heimischen Handelsketten. »Doch Arzneimittel sind keine gewöhnlichen Konsumgüter. Sie erfordern fachliche Beratung, Verantwortung, eine individuelle Einschätzung der Patientensituation und im Zweifel auch ein klares Nein. Genau diese Leistungen erbringt die Apotheke vor Ort und ist damit weit mehr als ein Ausgabepunkt für Produkte«, so Schellenberg gegenüber der PZ.

Während die Apotheke mit Notfallversorgung und verlässlicher Gesundheitsberatung punkte, sei dm als Drogeriemarkt primär auf den Verkauf von Konsumgütern ausgerichtet. »Durch die Etablierung der großen Handelsketten als ›Apotheken‹ riskiert Deutschland eine zunehmende Kommerzialisierung und Entprofessionalisierung der Arzneimittelversorgung«, kritisiert der Apobank-Chef.

Klare Politische Entscheidung gefordert

Der dm-Einstieg sollte laut Schellenberg »als politischer Weckruf wahrgenommen werden«. Die Arzneimittelversorgung gehört aus seiner Sicht nicht in die Hände von Versandhändlern und fachfremden Handelsketten. Die Apotheken seien dagegen unverzichtbar für die Versorgung. Doch das System gerate durch stagnierende Honorierung und wachsende Liberalisierung unter Druck. »Es braucht jetzt eine klare politische Entscheidung, diese Leistungen zu sichern und angemessen zu vergüten«, so Schellenberg.

Die laufende Apothekenreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht zwar etwas strengere Vorgaben für den Versandhandel vor, die im Koalitionsvertrag versprochene Erhöhung des Fixums steht aber nicht im Entwurf, der im Dezember das Kabinett passiert hat – einen Tag nach dem Start des OTC-Versandgeschäfts von dm.

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