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Preis zu E-Rezept-Ausfällen
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»Diese Unzuverlässigkeit ist nicht hinnehmbar«

ABDA-Präsident Thomas Preis beklagt die massiven Ausfälle beim E-Rezept. Das elektronische Rezept laufe der Deutschen Bahn in Sachen Unzuverlässigkeit den Rang ab, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Autordpa
AutorAlexander Müller
Datum 08.08.2025  08:08 Uhr

»Ein ausgefallener Zug ist ärgerlich, aber ein nicht abrufbares E-Rezept kann erhebliche Konsequenzen für die Gesundheit von Menschen haben«, so Preis. Allein in den vergangenen beiden Wochen sei es an fünf Tagen zu Komplettausfällen oder erheblichen Beeinträchtigungen im E-Rezept-System oder der dahinter liegenden Telematik-Infrastruktur gekommen, sagte er. »Jedes Mal sind Zehntausende Patienten betroffen.«

Weiter sagte Preis, zur Digitalisierung des Gesundheitswesens gebe es keine Alternative. »Aber diese Unzuverlässigkeit ist nicht hinnehmbar.« Die verantwortliche Gesellschaft Gematik müsse dafür sorgen, dass Apotheken und Arztpraxen in einem stabilen System arbeiten können. »Die Ausfallsicherheit des Systems muss wesentlich verbessert werden.« Und bei Ausfällen bräuchten Apotheken mehr Handlungsfreiheiten, um Patienten trotzdem zu versorgen.

Und der nächste Ausfall steht schon an: Um 5:40 Uhr meldete der Störungsdienst der Gematik: »Es wurden funktionale Einschränkungen innerhalb der TI festgestellt, diese deuten auf einen Teilausfall hin.« Und weiter: »E-Rezepte können teilweise nicht mehr erstellt, eingestellt oder verändert werden.«

Noch früher am Morgen kam die Nachricht, dass KIM-Nachrichten mit persönlicher Mailadresse teilweise nicht mehr empfangen oder verschickt werden können.

Bereits Mitte Juli hatte Claudia Korf, Geschäftsführerin Ökonomie der ABDA, sich in einem Brief an die Gematik gewandt und eine höhere Ausfallsicherheit der Telematik-Infrastruktur (TI) deutlich angemahnt. Die ABDA fordert eine »umfassende Analyse aller Ausfälle seit der flächendeckenden Einführung des E-Rezepts nach dem Ende-zu-Ende-Prinzip« ein.

Die Gematik erklärte hierzu gegenüber der PZ: »Störungen in der TI sind häufig auf Beeinträchtigungen der zugrunde liegenden Dienste oder Komponenten zurückzuführen.« Die Behebung erfolge in der Regel ebenfalls durch den jeweiligen Dienstleister oder Hersteller. Dies könne »meist zügig umgesetzt werden«. Die Verlässlichkeit der TI soll aber größer werden, so das Versprechen.

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