Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Zukunftsforscher Gatterer
-
»Die Zukunft entsteht in uns«

Die Zukunft unserer Gesundheit liegt in unserer Hand. Sie entsteht aus unserer Vorstellung im Heute. Zukunftsforscher Harry Gatterer erklärte auf dem PZ-Management-Kongress, wie es gelingt, Trends zu erkennen und heute die Themen von morgen aufzuspüren.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 07.04.2025  08:00 Uhr

Wie sieht sie aus, die Zukunft der Gesundheit? Wie gelingt, es, Trends zu erkennen und die Zukunft aktiv selbst zu gestalten? Zukunftsforscher Harry Gatterer weiß, worauf es ankommt. Und wo die Denkblockaden liegen.

»Zukunft ist ein viel strapazierter Begriff«, so der Geschäftsführer des Zukunftsinstituts (ZI) in Frankfurt am Main. Wenn man Menschen danach frage, komme meist die Assoziation von Herausforderungen, Problemen, die es zu bewältigen gelte. Der Zukunftsbegriff sei meist negativ konnotiert. Und das sei eben die Krux. Zukunft werde in der Regel als Ort gedacht, wo wir etwas »tun müssen«, so Gatterer. Doch mit dieser Denkweise gelängen keine Innovationen, entstünden keine bahnbrechenden Ideen. »Zukunft ist eine Vorstellung. Es ist unsere Fähigkeit, sich das Abwesende vorzustellen.«

Basierend auf der Veröffentlichung der Megatrendstudie des ZI: »10 Megatrends für die Zukunft der Gesundheit«, die der Wort&Bild-Verlag auf dem PZMK den Teilnehmerinnen und Teilnehmern überreichte, sensibilisierte Gatterer die Zuhörerschaft für den Zukunftsbegriff. »Mal sehen, was die Zukunft bringt?« Falscher Ansatz. »Woher soll eine Zukunft auf uns zukommen? Die Zukunft ist in uns!« Es gehe darum, sich zu öffnen und aus seiner Bubble herauszutreten.

Das Problem sei, dass Menschen in Mustern funktionierten. Die Komplexitität der Welt sei für sie nicht im Zusammenhang sichtbar. Gleichzeitig produziere diese Komplexität ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Aber Zukunft sei eben das, was wir selbst heute in unserer Vorstellung bauen, unterstrich der Zukunftsforscher. Es gehe darum, mit den Mitteln der Gegenwart, die Bilder der Zukunft zu generieren.

Vier Dimensionen 

Um dies zu erreichen, skizziert Gatterer vier Bereiche:

  1. Die Readiness: also die individuelle Fähigkeit, mit Zukunft umzugehen und sie als Alltagsaufgabe zu begreifen.
  2. Die richtige Informationsauswahl: Um Trends aufzuspüren, sollte man bereits bei der Datensuche vielseitig sein und systemübergreifend schauen.
  3. Corporate Readiness: Eine Organisation, die Zukunft gestalten will, muss fähig sein, sich anzupassen. »Entwickeln Sie ein umfassendes Lagebild und identifizieren Sie relevante Handlungsfelder.« Auch brauche es eine Identitätsbestimmung: »Wer sind wir eigentlich und wo wollen wir hin?«
  4. Future Implementation: »Planen Sie konkrete Maßnahmen und setzen Sie Ihre Zukunftskonzepte operativ um.«

»Wir haben keine Zukunft über die Gegenwart hinaus«, gab Gatterer den Kongressteilnehmern mit auf den Weg. Es sei wichtig, sich in diesen vier Dimensionen bewegen zu lernen. Um jetzt zu gestalten.

Mehr von Avoxa