| Christina Hohmann-Jeddi |
| 27.03.2026 16:20 Uhr |
Zum 1. April startet das Lungenkrebsscreening mittels Niedrigdosis-CT in Deutschland. / © Getty Images/Artemenko_Daria
Zum 1. April wird eine Früherkennungsuntersuchung auf Lungenkrebs mittels Niedrigdosis-Computertomografie (Niedrigdosis-CT) in Deutschland Krankenkassenleistung. Risikopersonen für diese Krebsart haben dann Anspruch auf eine Untersuchung. »Der 1. April ist ein wichtiger Meilenstein und ein guter Tag für die betroffene Risikogruppe«, sagte Professor Dr. Jörg Barkhausen, ehemaliger Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) sowie Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Lübeck, heute bei einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Aber: »Wir werden die Leistung am Stichtag noch nicht flächendeckend anbieten können.«
Was hat es mit dem Lungenkrebsscreening auf sich? Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 60.000 Menschen an Lungenkrebs und 45.000 Menschen sterben daran. Damit ist diese Krebsart die häufigste krebsbedingte Todesursache. Ein Grund dafür ist, dass die Karzinome in frühen Stadien, in denen sie noch operativ gut zu behandeln sind, keine Symptome verursachen. Etwa die Hälfte der Erkrankungen werden erst in metastasierten, nicht mehr heilbaren Stadien entdeckt.
»Lungenkrebs in frühen Stadien wird bisher nur zufällig gefunden«, sagte Professor Dr. Hans Hoffmann, Leiter der Sektion Thoraxchirurgie am Klinikum rechts der Isar in München. Um von dieser Zufälligkeit wegzukommen und das Überleben der Patienten zu verbessern, wurde nun das Lungenkrebsscreening etabliert.
Den Ablauf des Screenings erläuterte Professor Dr. Torsten Bauer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie an der Lungenklinik Heckeshorn in Berlin. Das Screening ist risikoadaptiert und nicht bevölkerungsweit. Dies bedeutet, dass nur Personen mit einem hohen Risiko für Lungenkrebs teilnehmen dürfen. Berechtigt sind Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre ohne lange Unterbrechung geraucht haben und mindestens 15 Packungsjahre haben. Ein Packungsjahr entspricht dem Rauchen einer Zigarettenpackung pro Tag über ein Jahr. Diese Personen werden von geschulten Hausärzten, Internisten, Pneumologen und Arbeitsmedizinern angesprochen und an Radiologen überwiesen.
Letztere führen dann die eigentliche bildgebende Untersuchung durch und überweisen Patienten mit auffälligen Befunden an spezialisierte Lungenkrebszentren, von denen es bundesweit etwa 100 gibt. Wie das Ergebnis von den Zentren zu den Hausärzten oder zu dem Patienten übermittelt wird, müsse noch ausgearbeitet werden, so Bauer.