| Cornelia Dölger |
| 05.03.2026 15:56 Uhr |
Unions-Gesundheitssprecherin Simone Borchardt (CDU) kündigte an, dass die zentralen Apothekenthemen nun intensiv beraten würden. / © Imago/dts Nachrichtenagentur
Gestern gab es für die Verbände Gelegenheit, zur geplanten Apothekenreform Stellung zu nehmen. Im Gesundheitsausschuss des Bundestags fragten Abgeordnete nach Details zum ApoVWG, wollten etwa wissen, wie die Folgen von zentralen Vorhaben des ApoVWG eingeschätzt werden. ABDA-Präsident Thomas Preis mahnte bei der Gelegenheit zur Eile, das versprochene Honorar anzupassen. Dies soll laut Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) parallel zum ApoVWG per Verordnung geschehen.
Zentral sind für die Apotheken neben dem Honorar strukturelle Aspekte, etwa die umstrittenen PTA-Vertretungspläne oder die erleichterte Gründung von Zweigapotheken. Zudem geht es um die erweiterten Kompetenzen für Apotheken und um die Forderung nach vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen mit den Versendern.
Die Unionsfraktion will diese Schmerzpunkte angehen und sich in den anstehenden Beratungen damit auseinandersetzen. Der Handlungsdruck im Apothekensektor sei hoch, das sei im Gesundheitsausschuss deutlich geworden, so Unions-Gesundheitssprecherin Simone Borchardt zur PZ. Von vielen Sachverständigen sei die angespannte Wirtschaftslage angesprochen worden, auch die Bedeutung von verlässlichen Rahmenbedingungen.
»Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst«, betonte Borchardt und kündigte an, dass sich ihre Fraktion in den Beratungen »entschieden« für ein höheres Fixum, eine Aufhebung der Nullretaxationen aus formalen Gründen sowie für eine »echte Chancengleichheit« zwischen Versandhandel und Vor-Ort-Apotheken einsetzen werde. Die umstrittene PTA-Vertretungsidee werde man auf den Prüfstand stellen.
Gegenwind kommt von den Grünen. Eine pauschale Honoraranpassung sei nicht sinnvoll, hatte die Apothekenberichterstatterin Paula Piechotta unlängst betont. Wie die Kassen fordern die Grünen eine differenzierte Vergütung. Zur PZ sagte Piechotta, dass gerade kleinere Betriebe kaum von einem pauschal höheren Fixum profitierten und Insolvenzen damit nicht verhindert würden. Hingegen würden Versandapotheken durch die Fixumserhöhung bis zu 7 Millionen Euro mehr Gewinn pro Jahr machen. »Das ist nicht zielgenau«, so Piechotta.