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Sodbrennen
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Die Refluxkrankheit ist nicht trivial

Wer Sodbrennen hat, leidet unter Refluxkrankheit  – so einfach ist die Gleichung nicht. Und auch die Therapie ist differenziert zu betrachten und geht über den Einsatz von PPI hinaus. Eine Übersicht gab Professor Dr. Joachim Labenz beim Heidelberger Herbstkongress der Apothekerkammer Baden-Württemberg.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 29.11.2021  17:00 Uhr
Allergische Erkrankung der Speiseröhre

Allergische Erkrankung der Speiseröhre

Zu Sodbrennen kommt es auch bei der eosinophilen Ösophagitis (EoE), berichtete Labenz. Diese chronische allergische Erkrankung der Speiseröhre, bei der eosinophile Granulozyten in die Ösophagusschleimhaut vordringen, beginnt schon im Kindesalter. Das Hauptsymptom sind Schluckbeschwerden, die ab der Kindheit bestehen und von den Betroffenen daher nicht als solche empfunden werden. Die Patienten berichten aber häufig, dass sie beim Essen die Letzten seien, da sie sich angewöhnt haben, besonders gut zu kauen.

Sodbrennen tritt bei EoE-Patienten beim Schlucken auf. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Da die Erkrankung unbehandelt zu Schleimhautveränderungen und Verengungen der Speiseröhre führen kann, ist eine Dauertherapie notwendig. »Topische Steroide sind hocheffektiv, PPI sind wenig  wirksam«, sagte Labenz. PPI haben zudem keine Zulassung für diese Indikation. Eine Eliminationsdiät, bei der wichtige Nahrungsmittelallergene wie Weizen, Kuhmilch, Soja, Eier und Nüsse weggelassen werden, könne versucht werden, sei aber sehr aufwendig und kaum durchzuhalten. 

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