Die Einführung von elektronischen Arzneimittelschränken (ADC) ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Closed-Loop-Medication- Management. / © Universitätsklinikum Dresden
Elektronische Arzneimittelschränke (Automated Dispensing Cabinets, ADC) sind abschließbare Schränke, über die eine kontrollierte Abgabe von Arzneimitteln möglich ist. Ihr Einsatz gewinnt im Krankenhaus zunehmend an Bedeutung. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des anhaltenden Pflegepersonalmangels und zunehmender Lieferengpässe sind digitale Lösungen am Point-of-Care gefragt. Eine Möglichkeit sind ADC.
Ein konkretes Beispiel ist die anästhesiologische Intensivstation am Universitätsklinikum Dresden (UKDD), wo Arzneimittel-ADC mit Fokus auf der Parenteralia-Versorgung erfolgreich eingesetzt werden. Die Station wird über Unit-Dose mit festen Peroralia versorgt und nutzt bereits seit 2019 einen separaten ADC für Betäubungsmittel (BtM).
Die konkrete Projektplanung, Beschaffung und Lieferung der ADC erfolgten in den Jahren 2023 und 2024. Insgesamt wurden drei Geräte beschafft: zwei Doppelschränke sowie ein Dreifachschrank zur reinen Arzneimittellagerung. Im Anschluss wurde von November 2024 bis Februar 2025 die Station umgebaut und die ADC wurden in Betrieb genommen. Seit Februar 2025 läuft die Arzneimittelversorgung hauptsächlich über die ADC mit 149 Nutzern und durchschnittlich 360 Transaktionen pro Tag.
Insgesamt werden circa 320 verschiedene Arzneimittel gelagert. Die Bestellungen erfolgen automatisiert von Montag bis Freitag, während samstags nur kritische Bestände auf aktive Anforderung der Station nachgeliefert werden. Ausnahmen gelten für Infusionslösungen, parenterale Ernährung, Dialyselösungen, BtM, Importarzneimittel, Reserveantibiotika, Kühlartikel und nicht gelistete Arzneimittel.
Die Einführung von ADC stellt einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Closed-Loop-Medication-Management dar. Eine Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) soll durch eine Schnittstelle zwischen Krankenhausinformationssystem und ADC erreicht werden. So kann für einen spezifischen Patienten die verordnete Medikation angezeigt und ausgewählt werden. Diese Schnittstelle ist am UKDD momentan noch nicht verfügbar. Darüber hinaus sollen Pflegekräfte durch die Implementierung einer automatisierten Bestellung entlastet werden. Nicht zuletzt soll das System dafür sorgen, dass benötigte Arzneimittel unmittelbar verfügbar sind und massive Übervorräte abgebaut wurden.