| Barbara Döring |
| 11.03.2026 07:00 Uhr |
Handeln, denken und fühlen – vieles lässt sich auch im höheren Alter noch erlernen. / © Adobe Stock/insta_photos
Viele Menschen nutzen gezielte Persönlichkeitstrainings, um besser mit Stress umzugehen oder leichter auf andere Menschen zuzugehen. Doch bringt das auch etwas in höherem Lebensalter? Bisherige Studien wiesen darauf hin, dass vorrangig jüngere Menschen in der Lage sind, ihre sozio-emotionalen Eigenschaften – etwa, wie man in unterschiedlichen Situationen denkt, fühlt und handelt – zu verändern.
Um herauszufinden, inwieweit auch Ältere von einem Persönlichkeitstraining profitieren, unterteilte die Forschungsgruppe um die beiden Altersforscherinnen Professor Dr. Cornelia Wrzus (Universität Heidelberg) und Professor Dr. Corina Aguilar-Raab (Universität Mannheim) 165 Personen in zwei Gruppen – junge Erwachsene in ihren 20ern sowie 60- bis 80-Jährige – und unterzog beide einem achtwöchigen sozio-emotionalen Interventionsprogramm.
Dabei trainierten sie, besser mit Stress und herausfordernden Situationen umzugehen. Vor, während und bis ein Jahr nach der Intervention erfassten sie die Wirkung auf »emotionale Stabilität« und »Extraversion«.
Obwohl man davon ausgeht, dass es für ältere Menschen schwieriger ist, Neues zu lernen, profitierten beide Gruppen nahezu gleichermaßen. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift »Communications Psychology« erschienen.
Eine Erklärung könnte sein, dass sich die älteren Probanden intensiver mit den Trainingsmaterialien befasst hatten und etwas engagierter waren. Laut den Forschenden ist das eine gute Nachricht. Das Ergebnis zeigt, dass Menschen ihre Fähigkeit, sich zu verändern und Neues zu lernen, erhalten, wenn sie entsprechend motiviert sind.