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Tarifverträge
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Das verdient man in der Apotheke

Tausende Tarifverträge, fast ebenso viele Unterschiede – das deutsche Gesundheitswesen ist ein Labyrinth von Gehaltregelungen. Während angestellte Ärzte fast 6800 Euro monatlich verdienen, müssen Apotheker mit weniger auskommen.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 06.02.2025  13:30 Uhr

Im deutschen Gesundheitswesen existieren derzeit rund 3000 Tarifverträge. Das berichten die Wissenschaftlichen Dienste (WD) des Bundestags in ihrer aktuellen Aufstellung zur finanziellen Vergütung von Angestellten im Gesundheitswesen.

Die Verträge in den einzelnen Bereichen unterscheiden sich sehr. Ein Grund dafür ist, dass es bereits für den Begriff Gesundheitsberufe keine klare Definition gibt. Er stelle eine Sammelbezeichnung für Berufe dar, die im weitesten Sinne mit Gesundheit zu tun haben, heißt es in dem Sachstandsbericht. Manche setzten eine spezielle Ausbildungs- oder Zulassungsregelung voraus, andere wiederum nicht.

Die Ausbildung ist aber nicht immer maßgeblich für die Höhe des Gehalts. Ausschlaggebend ist eher, wo beziehungsweise für wen man arbeitet. Generell lässt sich zwischen staatlichen und öffentlichen, kirchlichen oder privaten Einrichtungen unterscheiden. Staatliche Arbeitgeber sind meist an Tarifverträge gebunden, kirchliche orientieren sich oft nur daran. Manchmal gibt es auch regionale Regelungen. Wer im Gesundheitswesen privat angestellt ist, bekommt häufig freier gestaltete Gehälter. Dennoch: Auch in diesem Bereich können Tarifverträge gelten, wie zum Beispiel für Apotheken.

Apotheker verdienen im Schnitt 5126 Euro

Der Gehaltstarifvertrag für Mitarbeitende in der Apotheke gilt bundesweit mit Ausnahme von Sachsen und Nordrhein. Laut WD-Aufstellung beläuft sich das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt eines Apothekers auf 5126 Euro, pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte verdienen im Schnitt 2969 Euro. Zum Vergleich: Ein Arzt bekommt durchschnittlich 6785 Euro pro Monat, bei Arzthelfern sind es 2899 Euro.

In den Augen der SPD-Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich sind die Jobs in der Apotheke ohnehin zu schlecht bezahlt. »Ich bin der festen Überzeugung, dass in der Apotheke zu wenig verdient wird«, sagte sie erst vor Kurzem im AByou-Talk. Unter anderem plädierte sie dort für die Einführung von »Automatismen« bei der Honorarentwicklung.

 

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