| Alexandra Amanatidou |
| 12.01.2026 10:30 Uhr |
Von links nach rechts: Mandy Mangler (Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum und am Vivantes Klinikum Neukölln), Nicole Lauscher (Moderatorin, Journalistin und Geschäftsführerin von Vita Health Media) und Miriam Stein (Journalistin und Autorin) bei einem Menopause-Beratungsabend in der »Nordring Apotheke« in Berlin. / © Spreekind-Fotografie, Sandra Schneider
Insgesamt zwölfmal standen die Journalistinnen Nicole Lauscher und Miriam Stein gemeinsam vor Frauen, um sie in der Apotheke vor Ort zum Thema Menopause zu beraten. Dabei erklärten sie auch, warum die Wechseljahre politisch sind. Die Infoabende und das Beratungsangebot »Nexxt Level« finden seit einem Jahr jedes Mal in einer anderen Apotheke statt. Gynäkologinnen waren immer mit dabei, um die gesundheitlichen Fragen der Teilnehmerinnen zu beantworten und aufzuklären.
Dreimal in Berlin, einmal in München und ansonsten in kleineren, ländlichen Orten war das Team unterwegs. In der Pilotphase besuchten sie die Central-Apotheke in Walldürn in Baden-Württemberg sowie die Rondell- und die Medios-Apotheke in München und Berlin. Dabei wurde klar: Frauen in ländlichen Regionen haben einen höheren Informationsbedarf.
Dort erzählten die Teilnehmerinnen, dass es in ihrem Ort meist nur einen älteren Gynäkologen gab. »Es war kein Gynäkologe, den die Frauen besonders gut fanden, sondern einfach der Einzige, den es gab. Eine freie Arztwahl ist auf dem Land oft gar nicht möglich«, sagt Nicole Lauscher, Geschäftsführerin von Vita Health Media und Initiatorin von »Nexxt Level«, am Telefon.
Eine Teilnehmerin aus Dinslaken (Nordrhein-Westfalen) ist der Medizinjournalistin besonders in Erinnerung geblieben. Die Frau habe angefangen zu weinen und gesagt, dass sie sich endlich gesehen fühle. Wegen ihrer Gelenkschmerzen sei sie bereits bei mehreren Ärzten gewesen, doch keiner konnte ihr helfen. Gelenkschmerzen gehören allerdings zusammen mit Hitzewallungen und Schlafstörungen zu den häufigsten Symptomen der Wechseljahre. Als sie das erfuhr, sei sie total befreit gewesen. »Da ist mir bewusst geworden, dass unsere Veranstaltung verdammt wichtig ist und dass diese Frauen sie unbedingt brauchen«, sagt Lauscher.
Dies bestätigen auch die Teilnehmerzahlen. Für die erste Veranstaltung in Walldürn, die ursprünglich auf 30 Teilnehmende beschränkt war, meldeten sich etwa 100 Menschen an. Auch in Berlin oder München war der Andrang groß, erinnert sich Lauscher. »Da war die Stimmung aber komplett anders. Die Frauen waren sehr gut vorinformiert. Da kamen zum Beispiel Fragen von Influencerinnen auf.« Und tatsächlich saßen fast immer ausschließlich Frauen im Publikum. »Einen Quotenmann hatten wir manchmal dabei«, so Lauscher. »Männer werden nie explizit ausgeschlossen, aber sie kommen einfach nicht.«