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Schleswig-Holstein
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»Das Stipendium hat mich sehr motiviert«

Zwei Pharmaziestudentinnen in Kiel haben das Deutschlandstipendium erhalten. Die Apothekerkammer Schleswig-Holstein hat es mitfinanziert. Die PZ hat mit den beiden Stipendiatinnen über ihr Studium und ihre Zukunftspläne gesprochen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 02.01.2026  11:00 Uhr

Dank der Initiative der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) wurden für das akademische Jahr 2025/2026 insgesamt 139 Deutschlandstipendien in Kiel verliehen. Das Deutschlandstipendium gibt es seit 2011, und laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2024 bundesweit 33.000 Deutschlandstipendien verliehen.

Die Stipendiaten erhalten ein Jahr lang jeweils eine monatliche Förderung von 300 Euro, also insgesamt 3600 Euro. Diese wird durch Mittel des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie durch Stiftungen oder Unternehmen getragen. Auch die Apothekerkammer Schleswig-Holstein hat sich daran beteiligt und mit 3.600 Euro das Stipendium von Bente Niebel und Franka Hage mitfinanziert. Die Pharmaziestudentinnen befinden sich beide im Hauptstudium – im sechsten beziehungsweise siebten Semester.

»Wertschätzung kommt ein bisschen zu kurz«

»Das Stipendium hat mich vor allem sehr motiviert. Es hat mir gezeigt, dass das, was ich mache, gesehen und unterstützt wird«, sagte Bente Niebel am Telefon. Die 22-Jährige aus Buchholz in Niedersachsen hat das Zeugnis für ihr Erstes Staatsexamen per Post erhalten. »Das tat schon weh«, sagte sie und fügte hinzu: »Manchmal kommt Wertschätzung im Studium ein bisschen zu kurz.« Auch Hage empfand es als ein ganz besonderes Zeichen der Wertschätzung. »Es ist eine außerordentliche Motivation, weiterhin alles zu geben, viel zu leisten und meine Ziele zu verwirklichen«, sagte die 23-Jährige aus der Lüneburger Heide.

Was genau nach dem Studium kommen soll, wissen die beiden noch nicht. Im Rahmen der Famulatur in ihrem Grundstudium haben sie ein erstes Pflichtpraktikum in einer öffentlichen Apotheke absolviert. »Die Arbeit in der Apotheke ist sehr vielfältig, patientennah und verantwortungsvoll. Aber man darf auch die aktuelle Situation und die finanziellen Schwierigkeiten der Apotheken nicht ignorieren«, sagte Niebel. In ihrem Praktischen Jahr nach dem Studium möchte sie zunächst in die Industrie gehen, um auch diesen Bereich kennenzulernen.

Obwohl das Studium sehr zeitintensiv und anspruchsvoll ist, gefalle es den beiden sehr gut. Niebel bezeichnet es als die »perfekte Mischung aus allen Naturwissenschaften«. Auch Hage denkt, dass das Studium an einer »ganz besonderen Schnittstelle« angesiedelt ist. »Ich bekomme medizinisches Wissen, lerne das wissenschaftliche Denken und es ist meine Aufgabe als Pharmazeutin, dieses Wissen und die Verantwortung, die ich dann für die Menschen habe, zu verbinden.«

Die Beziehungen der Apothekerkammer zu den Studierenden

Die Entwicklungsmöglichkeiten nach dem Studium sind vielfältig. Es stehen nicht nur die öffentliche Apotheke oder die Krankenhausapotheke, sondern unter anderem auch die Industrie, Verwaltung oder Forschung zur Verfügung. Felix-Alexander Litty, Geschäftsführer der Apothekerkammer Schleswig-Holstein, wünscht den beiden, dass sie die Vielseitigkeit des Apothekerberufs kennenlernen. »Gerade, wenn man noch jung und ungebunden ist, hat man die Freiheit, in viele Bereiche hineinzuschauen. Der erste Arbeitgeber muss nicht der letzte bleiben«, sagte Litty am Telefon.

Hage, Niebel und Litty haben sich bei einer Veranstaltung zur Verleihung des Stipendiums kennengelernt. Tatsächlich gibt es nicht so viele Gelegenheiten für Pharmaziestudierende, mit der Kammer zu interagieren. Die Kammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und habe begrenzte Möglichkeiten, eine Zusammenarbeit auszubauen. »Natürlich wollen wir das, aber wir müssen gucken, wo wir sinnvoll anknüpfen können«, so der Geschäftsführer.

Bis die beiden Studentinnen ins Berufsleben einsteigen, wird es noch eine Weile dauern. Bis dahin können sie mithilfe von Fächern wie Biochemie und Pharmakologie die Brücke von der molekularen Ebene zum Menschen schlagen.

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