| Sven Siebenand |
| 30.09.2026 14:30 Uhr |
Obicetrapib soll den LDL-Wert reduzieren und das HDL erhöhen. / © Getty Images/Andrzej Rostek
CETP ist die Abkürzung für das Cholesterolester-Transferprotein. Dieses Protein fördert den Austausch von Cholesterolestern zwischen Lipoproteinen im Blut. Es vermittelt unter anderem den Transfer von Cholesterolestern von High-Density-Lipoproteinen (HDL) zu Low-Density-Lipoproteinen (LDL) und Very-Low-Density-Lipoproteinen (VLDL).
CETP hat damit eine proatherogene Wirkung, da Cholesterol in Form von LDL und VLDL vermehrt in die peripheren Gewebe transportiert werden und sich dort in atherosklerotischen Plaques ablagern kann. Um gekehrt wirkt die Blockade von CETP antiatherogen: Der HDL-Spiegel steigt, das LDL sinkt. Schon andere CETP-Hemmer waren in der Entwicklung, wurden aber am Ende aus unterschiedlichen Gründen nicht weiterverfolgt.
Mit Obicetrapib könnte die Menarini Group nun zeitnah einen ersten CETP-Blocker auf den Markt bringen. Ubeslo wird – adjuvant zu einer Diät – angewendet bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterolämie oder gemischter Dyslipidämie. Es darf in Kombination mit einem Statin oder mit einem Statin zusammen mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten zum Einsatz kommen, die mit der maximal verträglichen Statin-Dosis die LDL-Zielwerte nicht erreichen. Zudem ist Ubeslo als Monotherapie oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten, die eine Statin-Intoleranz aufweisen oder bei denen ein Statin kontraindiziert ist, zugelassen.
Evlarco wird ebenso angewendet bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterolämie oder gemischter Dyslipidämie, adjuvant zu einer Diät. Es kommt infrage in Kombination mit einem Statin bei Patienten, die mit der maximal verträglichen Statin-Dosis zusätzlich zu Ezetimib die LDL-Zielwerte nicht erreichen, oder als Monotherapie bei Patienten, die entweder eine Statin-Intoleranz aufweisen oder bei denen ein Statin kontraindiziert ist und die mit Ezetimib allein die LDL-Zielwerte nicht erreichen. Auch kann die Fixkombination bei Patienten, die bereits mit der Kombination aus Obicetrapib und Ezetimib als separate Tabletten mit oder ohne ein Statin behandelt werden, verwendet werden.
Die empfohlene Dosis von Ubeslo beträgt einmal täglich eine Filmtablette mit 10 mg, bei Evlarco ist es einmal täglich eine Filmtablette mit 10 mg/10 mg.
Häufig berichtete Nebenwirkungen unter Ubeslo und Evlarco sind zum Beispiel Hypertonie, Schwindelgefühl, Kopfschmerz, Diarrhö, Abdominalschmerz, erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut und erhöhte Blutglucosewerte.
Obicetrapib wird in Kombination mit starken Inhibitoren von CYP3A4, CYP2C9 und P-Glykoprotein (P-gp) nicht empfohlen. Dasselbe gilt für die gleichzeitige Anwendung von Obicetrapib mit starken CYP3A4- und P-gp-Induktoren; diese kann zu niedrigeren Plasmakonzentrationen von Obicetrapib führen.
Als Vorsichtsmaßnahme soll eine Anwendung von Ubeslo und Evlarco während der Schwangerschaft vermieden werden.