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Treuhand-Analyse
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Das bringt das AG-Papier wirtschaftlich

Union und SPD wollen die Apotheken entlasten. Doch was würden die Vorschläge aus dem Papier der AG Gesundheit wirklich bringen? Sebastian Schwintek, Generalbevollmächtigter der Treuhand Hannover, hat die Vorhaben für die PZ durchgerechnet und erläutert, welche Fragen jetzt unbedingt noch zu klären sind.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 26.03.2025  20:00 Uhr

Vages Dynamisierungsversprechen

Perspektivisch sollen die Apotheken dann mit den Krankenkassen selbst über ihr Honorar verhandeln. Einen Zeitplan sieht das Papier aus den Koalitionsverhandlungen hierzu noch nicht vor. »Was die Dynamisierung betrifft, steht im Papier weniger drin als im Entwurf zum Apotheken-Reformgesetz«, bemerkt Schwintek. Hier komme es auf die Klarstellung an, dass das neue Honorar den Sockel für die Verhandlungen bildet. Und die Kostenentwicklung der Apotheken müsse ein hartes Anpassungskriterium sein, so Schwintek. Vor allem müsse die Dynamisierung schnell kommen, »andernfalls ist die Fixumserhöhung zeitnah über Kostensteigerungen aufgebraucht«, warnt der Experte.

Union und SPD versprechen außerdem, Skonti wieder als Verhandlungsmasse in den Konditionsgesprächen zwischen Apotheke und Großhandel freizugeben. Nach Schätzungen der Treuhand Hannover waren die Apotheke von dem Skonto-Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) mir durchschnittlich 20.000 bis 30.000 Euro im Risiko. Die tatsächlichen Verluste seien im Durchschnitt etwas niedriger ausgefallen; der im AG-Papier geschätzte Wert von 15.000 Euro sei ein realistischer Näherungswert.

Die Wirkung einer Rücknahme hänge nun aber vom Agieren der Marktbeteiligten ab. Die Chance, frühere Zahlung wieder stärker zu belohnen, stärke tendenziell verhandlungs- und liquiditätsstarke Apotheken, so Schwinteks erste Analyse des Papiers.

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