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Schlangenbisse
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Dank Selbstversuch auf dem Weg zum Universalmittel

Königskobra, Schwarze Mamba,  Inlandtaipan – ein Mann verabreicht sich stetig Toxine von Giftschlangen  und lässt sich Hunderte Male beißen. Schließlich ist er gegen viele Gifte immun. Auf Basis seines Bluts soll nun ein breit wirksames Mittel gegen Schlangenbisse entwickelt werden.
AutorKontaktdpa
Datum 05.05.2025  09:15 Uhr
Dank Selbstversuch auf dem Weg zum Universalmittel

Manchmal kommt der medizinische Fortschritt aus einer überraschenden Richtung: Ein von Schlangen begeisterter US-Amerikaner hat sich selbst immer größere Dosierungen von Schlangengiften verabreicht, so dass er sich schließlich von verschiedenen giftigen Schlangen beißen lassen konnte. Damit hat er eine außergewöhnliche medizinische Entwicklung ermöglicht.

Denn darauf aufbauend haben Wissenschaftler der Columbia Universität in New York und des Medizinunternehmens Centivax ein Gegengift entwickelt, das ihren Angaben zufolge das am breitesten einsetzbare bislang verfügbare Mittel sein soll. Das aus drei Stoffen bestehende Präparat soll vor den Giften von Königskobra, Schwarzer Mamba und 17 anderen Giftnattern (Elapidae) zumindest teilweise schützen, wie das Team im Fachblatt »Cell« berichtet.

Ein großes Problem bei der Entwicklung von Gegenmitteln gegen Schlangenbisse ist, dass die Gifte oft aus einem Cocktail verschiedener Toxine bestehen, die unterschiedliche Wirkungen haben. Normalerweise würden Gegengifte dadurch entwickelt, dass man etwa Pferden oder Schafen das Gift einzelner Schlangenarten verabreicht und die gebildeten Antikörper isoliert, schreiben die Forscher. Dieses Verfahren könne zwar wirksam sein, aber auch gravierende Nebeneffekte haben, wenn die nicht-menschlichen Antikörper bei Menschen zum Einsatz kämen. Zudem wirken diese sogenannten Antivenome nur gegen die Gifte der jeweiligen Schlangenart.

Das ist in diesem Fall anders. »Das Spannende an dem Spender war seine einmalige Immungeschichte«, wird Erstautor Jacob Glenville, gleichzeitig Chef von Centivax, in einer Mitteilung des Verlags Cell Press zitiert. Friede habe sich über einen Zeitraum von fast 18 Jahren hundertfach von insgesamt 16 verschiedenen, sehr giftigen Schlangen beißen lassen. Er überlebte – und ist inzwischen bei Centivax angestellt.

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