Schmerzt, juckt oder ziept's im Körper, ist das Internet für viele eine Anlaufstelle. Eine Umfrage zeigt: Oft entsteht Verunsicherung. / © Adobe Stock/Syda Productions
Ihr Körper macht seltsame Sachen? Erstmal das Internet fragen, was dahinterstecken oder helfen könnte. Das kommt Ihnen bekannt vor? 59 Prozent der Deutschen haben in den vergangenen zwölf Monaten online nach Krankheitssymptomen und Beschwerden gesucht. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbands, an der 2006 Menschen ab 14 Jahren teilgenommen hatten.
Insgesamt 83 Prozent der Befragten gaben an, aktiv im Internet zu Gesundheitsthemen zu recherchieren – etwa auch zu Diagnosen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Tipps für ein gesünderes Leben. 16 Prozent der Befragten holen dabei KI-Chatbots ins Boot, um Antworten auf ihre Gesundheitsfragen zu erhalten. Wenig überraschend: Bei Jüngeren ist das deutlich üblicher als bei Älteren (35 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gegenüber 6 Prozent der Über-60-Jährigen).
Wer schon einmal der Suchmaschine oder dem KI-Chatbot seine Beschwerden geschildert hat, kennt das womöglich: Nach der Recherche-Session fühlt man sich nicht unbedingt schlauer – sondern oft eher verunsichert. Das zeigt auch die Umfrage: 61 Prozent derjenigen, die online nach Gesundheitsinformationen suchen, empfinden diese häufig als widersprüchlich.
53 Prozent von ihnen zweifeln an der Richtigkeit der Informationen, die sie gefunden haben. Und bei 14 Prozent entsteht während der Online-Recherche häufig die Angst, eine sehr schlimme Krankheit zu haben. Dieses Phänomen wird umgangssprachlich auch als »Cyberchondrie« bezeichnet – abgeleitet von Hypochondrie, der übermäßigen Angst vor Erkrankungen.
Was können wir tun, damit uns die Gesundheitsrecherche im Internet auch wirklich weiterbringt? Ein wichtiger Anfang ist, sich bewusst zu machen, dass hinter Gesundheitsinformationen im Netz wirtschaftliche Interessen stecken können. Ist etwa auf einer Webseite auf einmal die Rede von Kapseln und Pulvern, die Linderung bringen sollen, ist das wahrscheinlich der Fall. Immer eine gute Idee ist daher der Blick ins Impressum.
Dabei sollte man sich laut der Verbraucherzentrale nicht von Begriffen wie »Institut« oder »Akademie« täuschen lassen. Sie klingen zwar wissenschaftlich, sind aber nicht geschützt. Um herauszufinden, ob es sich um eine seriöse Forschungseinrichtung handelt, kann die Datenbank »GERit – German Research Institutions« helfen.