Die CSU-Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch, Bernhard Seidenath und Carolina Trautner (v.l.) sowie daneben Tanja Knieler, Referatsleiterin für Gesundheit und Pflege der CSU-Fraktion (4.v.l., vorne), Felix Bürger, Praktikant bei Frau Knieler (3.v.l., hinten), Apotheker Rainer Gallitzendörfer aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium (3.v.r., hinten), Noweda-Vertriebsleiter Bernd Stocker (2.v.r.) und Noweda-Betriebsleiter Thomas Einhellig (r.). / © Noweda
Bei einem Besuch in der Noweda-Niederlassung Bergkirchen stellte sich Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, auf die Seite der Apotheken. »An der im Koalitionsvertrag konkret zugesagten Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro führt kein Weg vorbei. Nur so lässt sich die wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln auch künftig sichern«, sagte er.
Die CSU-Landtagsabgeordnete Carolina Trautner, selbst Apothekerin und Mitglied im Gesundheitsausschuss des bayerischen Landtags, ergänzte: »Wir müssen aufpassen, dass wir nicht komplett das Vertrauen verspielen. Apotheken brauchen Verlässlichkeit und Stabilität. Die flächendeckende und sichere Arzneimittelversorgung darf nicht durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und Bürokratie gefährdet werden.« Der CSU-Politiker Benjamin Miskowitsch, Mitglied im Wirtschaftsausschuss des bayerischen Landtags, hob in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung der Noweda als Apothekergenossenschaft hervor.
»Die Apothekenreform muss dringend nachgebessert werden«, lautete das Fazit von Seidenath und Trautner, die sich auch gegen die geplante PTA-Vertretung aussprachen und ein Ende der Diskussion um die »Apotheke ohne Apotheker« forderten. »Wir brauchen gestärkte Apotheken für eine verlässliche Versorgung und dafür werden wir uns in Berlin einsetzen.« Dies sei auch vor dem Hintergrund des Verdrängungswettbewerbs durch Online-Apotheken nötig.
Bernd Stocker, Noweda-Vertriebsleiter im bayerischen Bergkirchen, verwies im Gespräch auf die wirtschaftlich angespannte Situation der Apotheken. »Viele Betriebe sind ausgeblutet und junge Leute scheuen die Übernahme. Gerade für die Versorgung im ländlichen Raum ist das eine dramatische Entwicklung.«
Ein Thema, das auch Noweda-Betriebsleiter Thomas Einhellig ansprach. »Großhandel und Apotheken erfüllen strenge Vorgaben, um Arzneimittel sicher zu transportieren und zu lagern. Für den Versandhandel gilt das nicht.« Die Haltung der CSU sei in diesem Punkt eindeutig, so Gesundheitspolitiker Seidenath: »Eine verlässliche Versorgung gelingt nur, wenn für Versand- und Vor-Ort-Apotheken die gleichen Spielregeln gelten, etwa bei Kühlketten und Nachweispflichten. Wir stehen weiterhin klar für ein Verbot des Versandhandels für verschreibungspflichtige Arzneimittel, wie in anderen EU-Ländern«.