| Cornelia Dölger |
| 02.03.2026 13:44 Uhr |
»Allein die vom BMG gesetzten ›Wenns‹ und ›Abers‹ zeigen doch, dass da selbst bei den Ideengebern Unsicherheit herrscht, ob man das überhaupt machen sollte«, so der Unions-Apothekenberichterstatter Stephan Pilsinger. / © Imago/dts Nachrichtenagentur
»Mit uns als Union wird es die Apotheke ohne Apotheker nicht geben, genauso wie es die Arztpraxis ohne Arzt nicht geben kann«, hatte Pilsinger am vergangenen Donnerstag im Bundestag angekündigt. Bei der ersten Lesung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklunggesetzes (ApoVWG) äußerten sich etliche Gesundheitspolitikerinnen und -politiker zu den Reformplänen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Das Thema PTA-Vertretung streifte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in ihrer kurzen Skizze der Reformpläne allerdings nur als Erleichterungen für den Betrieb einer Apotheke.
Der Unions-Apothekenberichterstatter Pilsinger kam hingegen darauf zu sprechen. Der umstrittene Vertretungsplan liegt nach wie vor auf dem Tisch. Zwar schwächte das BMG ihn mit dem Kabinettsbeschluss durchaus ab; etwa soll es einen Erprobungszeitraum geben, zudem muss jede Vertretung durch die Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Mit dem Argument, kurzfristige Personalengpässe überbrücken zu können und damit insbesondere die Versorgung auf dem Land zu sichern, hält das Ministerium aber trotz anhaltender Kritik an der »Apotheke ohne Apotheker« fest.
Pilsinger will dafür sorgen, dass die Regelung komplett gestrichen wird. Dafür werde er sich in den Verhandlungen einsetzen, wie er gegenüber der PZ ankündigte. »Allein die vom BMG gesetzten ›Wenns‹ und ›Abers‹ zeigen doch, dass da selbst bei den Ideengebern Unsicherheit herrscht, ob man das überhaupt machen sollte«, so Pilsinger. »Ich sage für die CSU: nein.« Die letztliche Verantwortung vor Ort müsse immer beim Apotheker liegen, »der physisch anwesend sein muss und der für alle in einer Apotheke aufkommenden Fragen die entsprechende akademische Ausbildung hat«.