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Start der Impfsaison
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Corona-Impfung auffrischen lassen – wer und wie oft?

Die STIKO gibt klare Empfehlungen, wer nach Ende der Pandemie regelmäßig eine Covid-19-Impfung bekommen sollte. Und was zu beachten ist, wenn man kürzlich noch einmal eine Corona-Infektion hatte.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 08.10.2025  17:00 Uhr

Das Schniefen und Husten geht wieder los: Weil wir uns in der kalten Zeit viel mit anderen Menschen in Innenräumen aufhalten, verbreiten sich Atemwegsviren besonders leicht – darunter auch das SARS-CoV-2-Virus, Auslöser von Covid-19. Nach wie vor gilt: Nicht für jeden bedeutet eine Corona-Infektion bloß eine leichte Erkältung. Wer ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe hat, kann sich mit einer Auffrischimpfung jetzt im Herbst schützen.

Eine Auffrischung des Corona-Impfschutzes empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) diesen Gruppen:

  • allen Personen ab 60 Jahren
  • Kindern ab sechs Monaten und allen Erwachsenen, die aufgrund einer Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Das ist etwa der Fall bei chronischen Erkrankungen der Atemwege wie COPD, bei chronischen Erkrankungen von Herz-Kreislauf, Leber oder Nieren, bei Diabetes mellitus, Immunschwäche, Adipositas, Trisomie 21 sowie Erkrankungen des zentralen Nervensystems.
  • allen, die in Pflegeeinrichtungen leben
  • allen, die in Gesundheitseinrichtungen mit direktem Kontakt mit Patientinnen und Patienten arbeiten.

Die Impfentscheidung soll individuell nach ärztlicher Beratung erfolgen, wobei das Risiko für einen schweren Krankheits­verlauf gegenüber dem Nutzen der Impfung und möglichen Neben­wirkungen abgewogen wird.

Jetzt im Herbst ist der ideale Zeitraum für die Impfung. Dann ist das Immunsystem gut aufgestellt für die Zeit des Jahres, in der die meisten Ansteckungen passieren. Die Covid-19-Impfung kann zeitgleich mit der Grippeimpfung erfolgen: eine Spritze in den linken Arm, eine in den rechten.

Für alle anderen gilt: Drei Kontakte mit den Coronavirus-Antigenen gelten als ausreichend für den Immunschutz; also zum Beispiel drei Impfungen oder zwei Impfungen plus eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion; zumindest aber eine Impfung.

Impfen nach Corona-Infektion?

Wer sich im Laufe des Jahres bereits mit Corona infiziert hat, kann laut der STIKO-Empfehlung auf eine Auffrischimpfung verzichten – ein gesundes Immunsystem vorausgesetzt. Denn dann hat sich der Körper frisch mit dem Erreger auseinandergesetzt und für die kommende Saison einen Schutz aufgebaut.

Zur Impfung empfohlen sind alle zugelassenen mRNA- und Protein-basierten Impfstoffe mit einer jeweils von der WHO empfohlenen Varianten­anpassung. Für die Impf­kampagne 2025/2026 sollen die Vakzinen auf die Omikron-Variante LP.8.1 abgestimmt sein, aber auch Impfstoffe gegen die Stämme JN.1 oder KP.2 können weiterhin in Betracht gezogen werden, schreibt das Robert-Koch-Institut in seinem FAQ zur Corona-Impfung.

Weitere empfohlene Impfungen für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen

Für Ältere und für Menschen mit Vorerkrankungen können jetzt im Herbst weitere Impfungen sinnvoll sein:

  • gegen Grippe (jährlich; Indikationen ähnlich wie bei Covid-19)
  • gegen RSV (einmalig; alle ab 75 Jahren sowie Personen ab 60 Jahren mit Vorerkrankungen)
  • gegen Pneumokokken (vorerst einmalig; alle ab 60 Jahren sowie altersunabhängig bei Vorerkrankungen)

Wer sich unsicher ist, lässt sich in der Arztpraxis oder Apotheke beraten. Die Impfungen werden vor allem jetzt im Herbst empfohlen, können aber auch noch im Winter sinnvoll sein.

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