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Kleine Anfrage
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CDU fordert Maßnahmen für diabetologische Versorgung

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag befürchtet einen Mangel an diabetologischen Schwerpunktpraxen, wenn nicht weitere Maßnahmen eingeleitet werden, heißt es in einer Kleinen Anfrage der Parteien an die Bundesregierung.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 06.01.2025  15:30 Uhr

In einer kleinen Anfrage hat die CDU/CSU-Fraktion der Bundesregierung Fragen zur diabetologischen Versorgung gestellt und Denkanstöße für die Diabetesversorgung der Zukunft gegeben.

Deutschlandweit habe sich ein großes Netz ambulanter spezialisierter diabetologischer Schwerpunktpraxen entwickelt. Hier werde im Team nach Kenntnis der Fragesteller auf höchstem Niveau und nach modernsten Standards therapiert. Im Zentrum stünden die Diabetesschulung und die intensive, individuelle Beratung und Betreuung auch unter Nutzung von Telemedizin, heißt es in der Anfrage.

Die Ausbildung in der Diabetologie sei über Jahre primär in klinischen Einrichtungen erfolgt. Die CDU/CSU-Fraktion fordert, dass die Weiterbildung zukünftig stärker auch auf ambulanter Ebene in den Schwerpunktpraxen erfolgen müsse. Dies sei sehr zeitaufwendig und erfordere großen Einsatz der Ausbilder.

Verdopplung der Diabetesprävalenz bis 2050

Weiter heißt es: »Bei der Diabetologie handelt es sich um eine Zusatzbezeichnung und nicht um eine eigene Facharztbezeichnung. Trotz kontinuierlich steigender Anforderungen im Bereich von Glukosemessung, medikamentöser Therapie und zunehmend komplexer Diabetestechnologie (z. B. AID-Systeme) wurde die Zeit für die Zusatzweiterbildung Diabetologie der Landesärztekammern von 18 auf 12 Monate reduziert«. Eine finanzielle Förderung der Weiterbildung in der ambulanten Diabetologie analog der hausärztlichen Weiterbildung sei derzeit nicht möglich, da die gesetzlichen Voraussetzungen fehlen würden. Die demographische Entwicklung vollziehe sich auch in der Ärzteschaft.

»Ohne weitere Maßnahmen bewegen wir uns auf einen Mangel an diabetologischen Schwerpunktpraxen zu – und das bei einer prognostizieren Verdopplung der Diabetesprävalenz bis 2050«, erklärte die Fraktion weiter.

Die Behandlung in den Diabeteseinrichtungen erfolge in der Regel nach Indikationsstellung und Zuweisung durch die Hausärzte im Rahmen des Disease-Management-Programms (DMP). Zudem seien Diabetesschwerpunktpraxen elementarer Bestandteil des DMP-Diabetes mellitus. Die Patientinnen und Patienten in den spezialisierten Einrichtungen hätten sich insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in den vergangenen Jahren kontinuierlich verändert. Die Patientinnen und Patienten sind älter, multimorbider, kognitiv häufig eingeschränkt oder haben Verständnisprobleme aufgrund eines Migrationshintergrundes.

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