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Ständige Anpassung
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Burnout bei ADHS und Autismus verhindern

So tun, als ob man »normal« ist, um in die Welt zu passen: Mit »Masking« wollen sich viele Menschen mit ADHS oder Autismus schützen, es bewirkt jedoch das Gegenteil. Expertinnen erklären, wie man erkennt, dass nichts mehr geht – und was man dann tun kann.
AutorKontaktdpa
Datum 12.05.2025  15:30 Uhr

Was tun, wenn der Burnout akut ist?

Rückzug ist erlaubt und nötig. »Es dauert, so lange es dauert«, so Amy Marschall. Sie rät: »Sei geduldig mit dir selbst, gib dir den Raum, dich wirklich auszuruhen.« Dazu kann auch gehören, Ansprüche und Druck zu reduzieren, sich krankschreiben zu lassen. Und sich dann gut um sich selbst zu kümmern, auch um den Körper. Katharina Schön gibt folgende 8 Tipps:

  1. Meditationstraining: hilft bei der Emotionsregulation
  2. Support bei exekutiven Funktionen, etwa Zeitmanagement und Planung
  3. Zeit allein verbringen: wichtig um Eindrücke und Reize zu verarbeiten
  4. Spezialinteressen nachgehen: eine Quelle der Entspannung und Freude
  5. Stimming (Wiederholung von physischen Bewegungen, Geräuschen oder Lauten) zur Regulation: Viele Betroffene versuchen das in der Öffentlichkeit zu vermeiden, aber es sei wichtig, um Reize zu verarbeiten.
  6. Reizüberflutung vermeiden, etwa durch Ohrstöpsel, Kopfhörer, Sonnenbrille, Ruhepausen, und stressarme Umgebungen bewusst in den Alltag einbauen
  7. Safe/same Foods essen, also Lebensmittel, die in Geschmack und Konsistenz immer gleich sind (bei Unsicherheiten und zur Vorbeugung von Mangelernährung alles mit medizinischen Fachleuten besprechen)
  8. Verantwortung abgeben: Besprich mit deinen engsten Vertrauten, welche Aufgaben dir zu viel abverlangen, bei welchen Dingen du Unterstützung benötigst, auch wenn es »einfach« erscheint

Auf Masking verzichten und man selbst sein

Und das Masking? Sollte man versuchen, nicht zu machen und »Unmasking« zu probieren, also die Maske oder die Masken absetzen, so Amy Marschall. »Das ist ein Prozess, und Experimentieren gehört dazu: »Wer bin ich, wenn ich nicht die ganze Zeit versuche, jemand zu sein, von dem ich denke, dass er so sein soll?«

Das zu lernen bracht Zeit und Übung.« Aber »für deine mentale Gesundheit ist es unabdingbar, zu lernen, wer du wirklich bist«, so Katharina Schön. Auch der Unmasking-Prozess sei schwer und nervenaufreibend. »Aber es lohnt sich. Ich habe gelernt auf meine Bedürfnisse und Grenzen zu achten und diese auch zu kommunizieren. Und das ist das gesündeste, was ich je gemacht habe.«

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