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Ausflüge zur Fußball-EM
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Bundessportminister Lauterbach

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Fußball-EM im eigenen Land recht ausgiebig verfolgt – und zwar live im Stadion. Die Union fand das merkwürdig und fragte bei der Regierung nach. Doch die Regierung findet: Sport passt zur Gesundheit.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 06.09.2024  16:14 Uhr

Lauterbach hatte aus seinen wiederholten Stadionbesuchen keinen Hehl gemacht und Fotos von der Tribüne zusammen mit Tipps und Spielanalysen regelmäßig über seine Kanäle in den sozialen Medien geteilt. Inklusive Nutzung der Flugbereitschaft konnte Lauterbach die Spiele Deutschland-Ungarn (19. Juni), Schweiz-Deutschland (23. Juni), Deutschland-Dänemark (29. Juni) und Spanien-Deutschland (5. Juli) sehen, außerdem das Halbfinale Spanien-Frankreich (9. Juli) und das Finale Spanien-England (14. Juli).

Die Union wollte von der Bundesregierung wissen, in welcher Funktion Lauterbach im Stadion war: als »Schlachtenbummler« und damit Privatperson oder als Gesundheitsminister.

Lauterbach habe in seiner Eigenschaft als Bundesgesundheitsminister die Spiele besucht, so die Regierung. »Die Anwesenheit bei in Deutschland stattfindenden herausragenden Sportveranstaltungen als Repräsentantin beziehungsweise Repräsentant des gastgebenden Landes gehört zu den von der Bundesregierung und ihren Mitgliedern wahrzunehmenden Aufgaben«, heißt es in der jetzt vorliegenden Antwort an die Unionsfraktion.

Bewegung und Sport sind Lauterbachs Zuständigkeit

Und dass Lauterbach öfter als andere Regierungsmitglieder auf der Tribüne stand, findet die Regierung auch inhaltlich gerechtfertigt. »Bewegung und Sport sind wichtige Bestandteile für die Gesundheitsvorsorge, sodass ein fachlicher Zusammenhang zwischen den Sportveranstaltungen und der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Gesundheit klar gegeben ist.«

Aus protokollarischen Gründen sei die Repräsentanz gerade bei der Anwesenheit ausländischer Staats- und Regierungsgäste geboten. Darüber hinaus würden diese Begegnungen auch für den Austausch mit Repräsentanten anderer Staaten genutzt. Die Europäische Fußball-Union habe »Ehrenkarten« an die Bundesregierung und den Bundestag vergeben, heißt es in der Antwort.

Zu den Kosten für die Reisen hatte sich bereits der Abgeordnete Sören Pellmann (Gruppe Die Linke) in einer schriftlichen Frage erkundigt. Mehr als 530.000 Euro betrugen die Ausgaben (Vollkosten) für die Flüge mit Maschinen der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums demnach. Lauterbach flog meistens mit.

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