| Jennifer Evans |
| 04.02.2026 08:00 Uhr |
Lesen im Team: Zusammen mit Königin Camillas Buchclub findet ein Forschungsprojekt zu den Effekten gemeinsamen Lesens statt. / © IMAGO/Avalon.red
The Queen’s Reading Room, die 2023 von Königin Camilla gegründete britische Kulturinstitution und Wohltätigkeitsorganisation, hat nun ein zweites neurowissenschaftliches Forschungsprojekt vorgestellt.
Die Studie untersucht die physiologischen und psychologischen Effekte gemeinsamer Lesegruppen und Buchclubs. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie gemeinsames Lesen Stress reduzieren, soziale Bindungen stärken und das psychische Wohlbefinden fördern kann. Während sich frühere Forschungen vor allem auf das individuelle Lesen konzentrierten, richtet sich der Fokus nun auf kollektive Leseerlebnisse.
Das neue Projekt unter der Leitung von Professor Dr. Sam Wass, Entwicklungs- und kognitiver Neurowissenschaftler von der University of East London, in Zusammenarbeit mit der Bentley Foundation, dem philanthropischen Arm von Bentley Motors, knüpft an eine Studie aus dem Jahr 2024 an. Diese kam seinerzeit zu dem Ergebnis, dass bereits fünf Minuten Lesen das Stressniveau um nahezu 20 Prozent senken kann.
Die Studie erscheint vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen durch Einsamkeit und soziale Isolation. Erste Ergebnisse der früheren Forschung zeigten bereits, dass die Lektüre von Belletristik das Einsamkeitsgefühl um bis zu 70 Prozent verringern kann. Angesichts neurowissenschaftlicher Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und einem erhöhtem Demenzrisiko hatten die Ergebnisse für Aufsehen gesorgt.
Die Veröffentlichung der aktuellen Studienergebnisse ist nach Angaben der Universität bis zum Weltgesundheitstag 2026 am 10. Oktober geplant. Sollte sich die Hypothese bestätigen, dass gemeinsames Lesen messbare Vorteile für den Stressabbau und das psychische Wohlbefinden hat, hätten Buchclubs auch eine Relevanz für die nationale Gesundheit, heißt es.