| Lukas Brockfeld |
| 11.02.2026 13:00 Uhr |
Thomas Müller sprach auch über die Politik der US-Regierung, die Auswirkungen auf die Sparpläne seines Ministeriums haben könnte. Donald Trump möchte die sehr hohen Arzneimittelpreise in den USA drücken und ein »Most Favored Nation« (MFN)-Modell einführen, in dem sich die Arzneimittelpreise am Niveau vergleichbarer Staaten orientieren. Das MFN-Modell könnte in der restlichen Welt zu erheblichen Preissteigerungen führen und die Verfügbarkeit von neuen Arzneimitteln erschweren. Die USA haben bereits Abkommen mit mehreren Herstellern getroffen, die sich an diesem Konzept orientieren.
»Wir müssen noch abwarten, in welcher Dimension das deutsche Unternehmen trifft. Es ist klar, dass der amerikanische Markt, der für viele Firmen 50 Prozent ihres Gewinns ausmacht, dominant ist. Wenn die US-Regierung wirklich an das Preisniveau geht, dann ist das für viele Unternehmen ein Riesenproblem und wird die liquiden Mittel für Forschung und Entwicklung deutlich schmälern«, warnte Müller. Im Augenblick sei eine solche Entwicklung aber noch nicht sichtbar.
Deutschland sei bei der Preisgestaltung von Medikamenten sehr transparent. Daher orientierten sich schon jetzt viele Länder an den deutschen Preisen. »Wenn die USA Ernst machen und das transparente Deutschland als Referenz in einen Preiscall hineinziehen, dann werden die Preisverhandlungen in Deutschland deutlich schwieriger«, warnte der Abteilungsleiter. Die Bundesrepublik könne davon allerdings auch profitieren, da dann viele Unternehmen ein Interesse daran hätten, innovative Medikamente schnell auf den deutschen Markt zu bringen.