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Gesundheitswesen
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Bitkom sieht Apotheken als Digitalisierungs-Schlüssel

Bei der Digitalisierung ist in Deutschland noch Luft nach oben – allerdings legt die Bundesregierung laut Branchenverband Bitkom inzwischen Tempo vor. Im Gesundheitswesen spielten Leistungserbringer wie Apotheken eine Schlüsselrolle, wie der Verband die PZ wissen ließ. Es gelte, die Akteure stets einzubinden.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 06.01.2026  09:42 Uhr

Aus Sicht des Verbands hat vor allem das Digitalministerium abgeliefert: Demnach hat es von seinen 62 Vorhaben sieben abgeschlossen und 30 weitere begonnen. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst bescheinigte der Bundesregierung in puncto Digitalisierung »ein gutes Tempo«. Damit sei mehr als jedes zweite digitalpolitische Vorhaben der Bundesregierung auf den Weg oder schon ins Ziel gebracht worden. Nun sei wichtig, dass die Maßnahmen »bei den Menschen ankommen«.

Den Leistungserbringern im Gesundheitswesen kommt nach Ansicht des Verbands bei der Digitalisierung grundsätzlich eine Schlüsselrolle zu. Wie Verena Benz, Bereichsleiterin Pharma Digital beim Bitkom, zur PZ sagte, müssten Apotheken, Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen bei der Umsetzung eng eingebunden werden, um die Akzeptanz der digitalen Angebote zu erhöhen. »Hier kann man noch besser werden, denn die Digitalisierung wird nur dann akzeptiert, wenn sie in den Arbeitsabläufen spürbar entlastet und nicht als zusätzliche Bürokratie ankommt«, mahnte Benz.

Einfacher Zugang, Interoperabilität, solide Rahmenbedingungen

Für mehr Akzeptanz seien etwa »sinnvolle« Regelungen der Lese- und Schreibrechte für die Akteure im Gesundheitswesen, etwa Apotheken, wichtig. »Nutzenstiftende Ausbaustufen« wie der digitale Impfpass brächten einen schnellen Mehrwert.

Ausschlaggebend seien grundsätzlich ein einfacher Zugang und Nutzerfreundlichkeit. Wenn etwa bei der elektronischen Patientenakte (ePA) der persönliche Zugang zu kompliziert sei oder sich Menschen nicht ausreichend informiert fühlten, blieben Potenziale liegen – und es drohe, dass ältere oder weniger digital-affine Personen abgehängt werden, warnte Benz.

Auch in Praxen brauche es »spürbare Entlastung, reibungsarme Prozesse und klare Mehrwerte«. Andernfalls drohten die Angebote als zusätzliche Belastung wahrgenommen zu werden. Dringlich seien also neben einem einfachen und sicheren Zugang die »Interoperabilität zwischen den Systemen aller Beteiligten sowie starke IT-Sicherheit und klare, praxistaugliche Rahmenbedingungen«.

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