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Jedes fünfte fehlerhaft
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»Bild« berichtet über »Rezept-Chaos«

Das E-Rezept bereitet seit der Umstellung zum Jahreswechsel weiter Schwierigkeiten. Laut einer Umfrage des Apothekerverbands Nordrhein (AVNR) verursacht jedes fünfte E-Rezept in den ersten Tagen erhebliche Probleme. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) musste sich in der »Bild«-Zeitung rechtfertigen.
AutorPZ
Autordpa
Datum 08.01.2024  09:00 Uhr

Der AVNR-Vorsitzende Thomas Preis weist auf verschiedene Fehlerquellen hin: In vielen Fällen seien E-Rezepte nicht korrekt in der Arztpraxis ausgestellt worden. Hinzu kämen Serverprobleme außerhalb des Apothekenbereichs etwa bei Krankenkassen. In einem kleinen Teil der Problemfälle sei die Apothekensoftware der Verursacher der Verarbeitungsschwierigkeiten.

Die »Rheinische Post« hatte über die Umfrage und Probleme berichtet. Insgesamt gesehen seien mehr als die Hälfte aller Rezepte bereits E-Rezepte. »Das E-Rezept ist in den Apotheken angekommen«, erklärte Preis. Alle beteiligten Akteure seien aber aufgefordert, die Schwachstellen schnellstmöglich abzustellen.

Mehr als 80 Prozent der E-Rezepte wurden laut Umfrage über die elektronische Gesundheitskarte (EGK) eingelöst, 20 Prozent erfolgten mit Papierausdruck. Die Gematik-App sei in 1 Prozent der vorgelegten E-Rezept-Fälle genutzt worden.

Nach Schulnoten bewerteten die befragten Apotheker das E-Rezept eher durchschnittlich mit einer Drei Minus. An der Blitzumfrage des Apothekerverbandes Nordrhein hatten sich am 4. und 5. Januar etwa 450 Apotheken beteiligt. Das sind rund 25 Prozent der Mitgliedsapotheken des regionalen Verbandes.

Lauterbach bleibt zuversichtlich 

Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) relativierte gegenüber der »Bild«-Zeitung die Schwierigkeiten: »Im Ausnahmefall gibt es noch Probleme, weil einige Krankenkassen und Ärzte ihre Systeme noch nicht aktualisiert haben.« Daran werde aber mit Hochdruck gearbeitet. »Ich bin sicher, nach kurzer Zeit wird das E-Rezept unkomplizierter Alltag für alle«, zeigte sich Lauterbach überzeugt.

Die »Bild«-Zeitung zog das Thema »Rezept-Chaos« am vergangenen Samstag sogar auf die Titelseite. Im Beitrag kommen Apotheker, Ärzte und Patienten zu Wort. Apotheker Robert Sibbel aus Herne sagte dem Blatt etwa, dass er eine Patientin nicht mit dem verordneten Antibiotikum versorgen konnte, weil sich das Rezept nicht vom Server abrufen ließ. Ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beklagte, dass der »administrative Wust« nicht weniger geworden sei.

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