| Daniela Hüttemann |
| 12.02.2026 11:00 Uhr |
In milden Wintern sind Zecken in Deutschland ganzjährig aktiv. Sie übertragen eher selten FSME; relativ häufiger Borreliose, gegen die es jedoch keine Impfung gibt. / © Getty Images/Santiago Urquijo
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Es ist zwar eine eher seltene Infektion, doch wenn sie auftritt, endet sie nicht selten fatal. Für die Bewohner von sowie Reisende in Risikogebiete, die »gegenüber Zecken exponiert« sind, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) daher eine Impfung. Das betrifft unter anderem Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten.
Ein Kreis wird als FSME-Risikogebiet definiert, wenn in mindestens einem Fünfjahreszeitraum zwischen 2002 bis 2024 im Kreis oder in der Kreisregion (bestehend aus dem Kreis und allen angrenzenden Kreisen) mehr als eine FSME-Erkrankung pro 100.000 Einwohner erworben und gemeldet wurde. Zwischen 2002 und 2024 waren es 7867 Fälle. Aktuell sind 183 Kreise in Deutschland als Risikogebiet ausgewiesen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) stellt eine entsprechende Karte zur Verfügung.
Eine neue Umfrage im Auftrag von Pfizer liefert Hinweise auf einen hohen Aufklärungsbedarf über das Zeckenstichrisiko und Vorsorgemaßnahmen. Demnach gaben 60 Prozent der Befragten an, bereits mindestens einmal von einer Zecke gestochen worden zu sein; 13 Prozent davon sogar fünfmal oder häufiger. Fast jeder Vierte (23 Prozent) gab jedoch an, nicht zu wissen, ob er in einem FSME-Risikogebiet lebt. Und fast 60 Prozent informieren sich vor einem Ausflug nicht darüber, ob ihr Ziel in einem Risikogebiet liegt. Es wurden knapp 2500 Erwachsene im Alter von 18 bis 69 Jahren im September 2025 befragt.
In milden Wintern sind Zecken in Deutschland ganzjährig aktiv. In der Vergangenheit hatte es vereinzelt sogar im Januar FSME-Meldungen gegeben. Die erhöhte Zeckenaktivität macht sich laut Pfizer auch in den steigenden FSME-Fallzahlen bemerkbar: Im Jahr 2025 wurden 804 FSME-Fälle gemeldet, 2024 waren es 780.
Aktuell sind fast alle Kreise in Baden-Württemberg und Bayern sowie große Teile Sachsens und Thüringens Risikogebiete. Als FSME-frei gelten derzeit nur Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein. Die Einstufung gibt das RKI jährlich etwa Ende Februar bis Anfang März bekannt.
Nach Angaben des Grünen Kreuzes gibt es weltweit drei relevante FSME-Virussubtypen. In Deutschland komme der europäische Subtyp vor, der vor allem durch die Zecke Ixodes ricinus (der Gemeine Holzbock) übertragen wird.
Das RKI empfiehlt, jeden Praxisbesuch für die Überprüfung und gegebenenfalls Vervollständigung
des Impfstatus zu nutzen. Die Impfung ist nicht saisonal gebunden und das ganze Jahr über möglich. Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) könnte es bald schon möglich werden, dass FSME-Impfungen auch in Apotheken verabreicht werden können.
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Spritzen und zieht sich über mindestens sechs Monate. Eine Schnellimmunisierung mit zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen ist möglich, um einen ersten Impfschutz aufzubauen. Die dritte Impfung sollte ab sechs Monaten nach der zweiten Spritze erfolgen. Eine einmal begonnene Grundimmunisierung kann aber laut RKI zu jeder Zeit fortgesetzt werden und es muss keine erneute Grundimmunisierung erfolgen.
Die erste Auffrischimpfung erfolgt drei Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung und anschließend alle fünf Jahre beziehungsweise ab dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre. Die Kosten werden bei Aufenthalten in Risikogebieten und möglicher Zeckenexposition über den Sprechstundenbedarf erstattet, informiert Pfizer.