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Reformpläne
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Berliner Resolution soll Politik an Verantwortung erinnern

Mit einer gemeinsamen Resolution wenden sich die Apothekerkammer Berlin und der Berliner Apothekerverein gegen systemgefährdende Reformpläne der Bundesregierung. »Verantwortung braucht Verlässlichkeit«, appellieren die Apothekerinnen und Apotheker.
AutorKontaktPZ
Datum 26.11.2025  15:15 Uhr

Grundsätzlich begrüße man das Vorhaben einer Apothekenreform, wie sie im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zugesagt sei. Die vorliegenden Referentenentwürfe entsprächen allerdings weder den Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag, noch begegneten sie angemessen den aktuellen Herausforderungen in der Arzneimittelversorgung.

Die Resolution solle die Bundesregierung an ihre Verantwortung erinnern: »Verantwortung braucht Verlässlichkeit.« Im Koalitionsvertrag seien die Stärkung der Apotheken zugesagt worden, diese werde aber insbesondere durch die geplante PTA-Vertretungsbefugnis und das auf Eis gelegte Plus beim Honorar konterkariert.

Die Berliner Apothekerinnen und Apotheker fordern daher:

  1. die PTA-Vertretungsregelung ersatzlos zu streichen und
  2. das packungsbezogene Honorar wie versprochen auf 9,50 Euro unverzüglich zu erhöhen.

»Wir übernehmen Verantwortung für eine Vielzahl von Gemeinwohlpflichten – und erwarten politische Verlässlichkeit«, nun müsse die Bundesregierung ihr Wort halten.

Dass die Bundesregierung das Potenzial der »Apotheke der Zukunft« erkannt habe und den Ausbau von Impfangeboten und pharmazeutischen Dienstleistungen vorantreibe, werde vom gesamten Berufsstand sowie den Patientinnen und Patienten gleichermaßen begrüßt, so Kammerpräsidentin Ina Lucas. Es fehle aber weiterhin die wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken – und ohne diese könnten die neuen Chancen nicht genutzt werden. »Ein Versprechen, dass dringend eingelöst werden muss und für das wir uns weiter einsetzen«, so Lucas.

Nur mit einer wirtschaftlichen Stabilisierung könne der Wandel – gemeinsam mit anderen Heilberufen, Krankenkassen und pharmazeutischer Industrie – zur »Apotheke der Zukunft« gelingen, »auch im Sinne und zum Wohle der Patientinnen und Patienten sowie für ein stabiles und zukunftssicheres Gesundheitssystem«.

Anke Rüdinger, Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins, ergänzte: »Wenn die dringend notwendige und im Koalitionsvertrag zugesagte wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken auf unbestimmte Zeit verschoben wird, wird die Politik schlichtweg ihrer Verantwortung nicht gerecht. Unsere Patientinnen und Patienten dürfen zu Recht erwarten, dass die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag auch tatsächlich umgesetzt werden.

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