| Daniela Hüttemann |
| 13.02.2026 15:00 Uhr |
Candida albicans kann Mundsoor, aber auch eine invasive Mykose auslösen. / © Getty Images/Tunatura
Für Antibiotika ist die Überwachung der Resistenzlage bereits seit Langem Standard. Doch nicht nur Bakterien, auch Pilze, Viren und Parasiten entwickeln Abwehrmechanismen gegen die entsprechenden Arzneimittel.
Nun gibt es für Deutschland auch entsprechende Daten für bestimmte Pilzerkrankungen. Erstmals hat das RKI Daten zur Resistenzentwicklung bei dieser Erregergruppe veröffentlicht. Eine vorläufige Auswertung habe ergeben, dass bei Einrichtungen, die kontinuierlich an der Antibiotika-Resistenz-Surveillance teilnehmen, die Nachweise von Pilzinfektionen zwischen 2019 und 2024 deutlich zugenommen haben: im stationären Bereich um 14 Prozent, im ambulanten Bereich sogar um 31 Prozent.
»Unter amr.rki.de können nun für die Pilze Candida albicans, Candida parapsilosis, Candida tropicalis, Nakaseomyces glabratus (syn. Candida glabrata) und Aspergillus fumigatus die Resistenzanteile gegen bestimmte Antimykotika abgerufen werden«, teilte das RKI diese Woche mit.
Insgesamt liege der Resistenzanteil 2024 auf einem niedrigen Niveau mit 0,3 bis 1,9 Prozent gegenüber Echinocandinen und 0,4 bis 16,6 Prozent gegenüber Azolen. Beide sind wichtige Arzneimittelgruppen zur Behandlung invasiver Mykosen.
Im Detail gebe es Unterschiede bei den Entwicklungen. So sei bei Nakaseomyces glabratus der Resistenzanteil gegenüber Fluconazol in den vergangenen Jahren gesunken, während Candida tropicalis zunehmend resistenter gegen dieses Antimykotikum werde. Das verdeutliche die Notwendigkeit eines Monitorings.