| Jennifer Evans |
| 09.02.2026 07:00 Uhr |
Leiden uns nahestehende Menschen an viszeralen Schmerzen, fühlen wir besonders intensiv mit. / © Getty Images/Jose Luis Pelaez Inc
Wie stark wir Schmerzen empfinden, hängt nicht nur von ihrer Intensität ab, sondern auch von ihrer Art. Kommen sie aus dem Inneren des Körpers wie etwa Bauchschmerzen erscheinen sie uns meist unangenehmer als äußere, somatische Schmerzen wie eine verbrannte Fingerspitze.
Dieser Unterschied betrifft aber nicht nur die eigene Wahrnehmung, sondern beeinflusst auch das Mitgefühl, wie Forschende der Ruhr-Universität Bochum um die Psychologin Dr. Milena Pertz herausfanden. Und je näher uns eine Person steht, die unter inneren, viszeralen Beschwerden leidet, desto heftiger leiden wir mit. Das ergaben die Versuche mit den 30 Teilnehmenden, die sich alle in einer Partnerschaft befanden.
Das Autorenteam bilanziert im Fachblatt »Journal of Pain«, dass innere Schmerzen generell stärkere empathische Reaktionen hervorriefen – unabhängig davon, ob die Teilnehmenden der Studie diese real erlebten, sich erinnerten oder sich diese nur vorstellten. Besonders ausgeprägt war der Effekt, wenn sie die Perspektive des Partners oder der Partnerin einnahmen.
Die Studienergebnisse liefern in den Augen der Forschenden Hinweise darauf, wie »innere körperliche Bedrohungen psychosoziale Prozesse beeinflussen«. Künftig könnten die Erkenntnisse helfen, empathische Reaktionen bei Patientinnen und Patienten besser zu verstehen – ebenso wie bei Angehörigen, Pflegekräften und medizinischem Personal.