Seit 25. Januar 2025 gibt es die »ePA für alle«. Seither wird automatisch für jeden Krankenversicherten eine elektronische Patientenakte geführt, wenn dem nicht explizit widersprochen wurde (Opt-out). Seit Oktober 2025 ist die ePA-Nutzung für Arztpraxen und Apotheken verpflichtend. / © Adobe Stock/PhotoGranary
Bislang nutzen nur wenige Versicherte die elektronische Patientenakte (ePA). Zwar besitzen fast 95 Prozent aller Versicherten hierzulande eine solche Akte. Nur wenige haben sich mittels der Opt-out-Möglichkeit dagegen entschieden Jedoch ist der Zugang bislang zu kompliziert, als dass es die Anwendung in den Alltagsgebrauch schafft. Bislang war für die digitale Identifikation entweder eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) mit PIN notwendig oder ein Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion und PIN. Die PIN musste entweder bei der Kasse beantragt werden oder man musste sich in einer Kassenfiliale vor Ort ausweisen.
Für Versicherte der Barmer soll sich das nun ändern. Wie die Krankenkasse heute mitteilte, bietet sie ab sofort bundesweit ein neues und vereinfachtes Zugangsverfahren an. Ohne PIN. Demnach können sich Versicherte mit ihrem deutschen elektronischen Personalausweis (Ausstellung ab 2. August 2021) oder Reisepass (ePass) online identifizieren.
Der ePass dient zur Erstellung der GesundheitsID. Mit dieser digitalen Identität können Versicherte anschließend alle TI-Fachdienste nutzen, zum Beispiel die ePA, das E-Rezept und den TI-Messenger.
Das neue Verfahren ePass des Anbieters Nect ist bereits seit Ende November vergangenen Jahres von der Gematik zugelassen. Die Barmer ist nach eigenen Angaben nun die erste Krankenkasse, die das Verfahren bundesweit einsetzt.
Mit der Anwendung ePass soll es für Barmer-Versicherte nun möglich sein, sich von zu Hause aus per Smartphone über die Barmer-App zu identifizieren. Dabei genüge es, den Personalausweis in die Kamera zu halten und zum Abgleich ein Selfie aufzunehmen, so die Kasse. Die Anwendung soll demnach direkt aus der App gestartet werden können.
»Wir machen es unseren Versicherten erheblich leichter, Zugriff auf ihre elektronische Patientenakte zu erhalten und all ihre Vorteile zu nutzen. Die Anwendung ePass ist benutzerfreundlich und sicher«, teilte Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, mit.
Das neue Identifikationsverfahren entspricht laut Barmer den höchsten Sicherheitsanforderungen und unterscheidet sich vom reinen Video-Ident-Verfahren. Die Kasse erklärt: »Die maschinenlesbaren Informationen des Ausweisdokuments werden ausgelesen und die optischen Ausweismerkmale wie Hologramme und Strukturmerkmale geprüft. Das biometrische Bild des Ausweises wird mit dem Selfie abgeglichen. Außerdem werden die ausgelesenen Chipdaten des Ausweises mit den Stammdaten der Barmer abgeglichen.«
Auch für Minderjährige sei eine Identifizierung mit einem gültigen deutschen Ausweis möglich. Darüber hinaus sollen zeitnah weitere Reisepässe aus EU- und EFTA-Staaten für das Verfahren freigegeben werden.