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Verhaltensbiologie
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Babys weinen mit Akzent

Weinen, brabbeln, quieken, gurgeln, schreien – die Lautäußerungen von Babys sind vielfältig. Und sie unterscheiden sich je nach Kultur. Die Kleinen passen ihre Sprachmelodie nämlich der Umgebungssprache an.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 02.04.2024  12:00 Uhr
Schreien wird oft nicht akzeptiert

Schreien wird oft nicht akzeptiert

Wermke geht davon aus, dass bereits im letzten Schwangerschaftsdrittel eine Prägung durch die Sprechmelodie der Mutter stattfindet. »Ich bin überzeugt davon, dass ein besseres Verständnis der Babygesänge helfen kann, die physischen und kognitiven Anstrengungen wertzuschätzen, die Babys vollbringen, um mit ihrer Umwelt akustisch in Kontakt zu treten und eine emotionale Bindung zu Bezugspersonen über die Stimme herzustellen«, schreibt die Wissenschaftlerin in ihrem Buch »Babygesänge«, das jetzt im Molden Verlag erschienen ist.

Das UKW betreibt nach eigenen Angaben die weltweit einzige Datenbank von Babylauten. Und inzwischen kann Wermke genau vorhersagen, wann ein Kind in wie vielen Bögen schreien sollte, wann welche Laute hinzukommen und welche Konsonantenfolge üblich ist. Mit ihrem Buch will die Forscherin aber vor allem an Eltern appellieren, ihren Babys einmal genauer zuzuhören. Gerade in Deutschland habe das Schreien und Weinen von Babys oft keine Akzeptanz, bedauert sie. »Babys verdienen Respekt und wertschätzendes Verständnis ihrer stimmlichen Botschaften.« Aus Sicht der Forschung stellt der Babygesang im ersten Lebensjahr das »entscheidende fehlende Puzzlestück« dar, um den Übergang vom Tiergesang zur Lautsprache besser zu verstehen.

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