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Wirkung von Bewegung
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Ausdauer reduziert Symptome von Angst und Depression

Sport- und Bewegung können die Therapie bei psychischen Erkrankungen sinnvoll unterstützen. Forschende haben nun erstmals umfassend analysiert, wie gut und welche Bewegungsformen gegen Angst und Depressionen wirken – manchmal sogar besser als Medikamente.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 26.02.2026  07:00 Uhr

Bisherige Studienanalysen zur Wirksamkeit von körperlichem Training bei Angst oder Depressionen haben sich ausschließlich auf Erwachsene konzentriert oder Teilnehmende, die weitere Einflussfaktoren wie chronische Erkrankungen einschlossen.

In ihrer Metaanalyse, die im »British Journal of Sports Medicine« erschienen ist, werteten Forschende aus Australien und den USA den Effekt von Bewegung auf Depressions- und Angstsymptome in allen Altersgruppen aus, wobei sie Patientinnen und Patienten mit und ohne klinische Diagnose einschlossen. In ihrer Auswertung berücksichtigten sie Studien, die Bewegung entweder mit einer anderen Art von Aktivität, mit Placebo oder keiner aktiven Intervention verglichen.

Zum Einfluss von Sport auf Depressionen nutzten sie die Daten von 800 Studien mit insgesamt 57.930 Teilnehmenden im Alter von 10 bis 90 Jahren. Für die Analyse zur Wirkung von Bewegung auf Angststörungen bezogen sie 258 Studien mit insgesamt 19.368 Teilnehmenden im Alter von 18 bis 67 Jahren ein. Die Bewegungsinterventionen teilten sie jeweils in die Kategorien Aerobic, Krafttraining, Mind-Body-Übungen wie Yoga, Tai-Chi und Qigong oder einer Mischung verschiedener Trainings ein.

Alle Bewegungsarten effektiv

Die Auswertung zeigt, dass Bewegung einen mittleren Effekt auf Depressionssymptome und einen kleinen bis mittleren Effekt auf Angstsymptome hat. Am stärksten war der Effekt bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 30 Jahren und Frauen, die kürzlich entbunden hatten. Alle Bewegungsarten zeigten positive Effekte, wobei aerobes Training in der Gruppe oder mit Betreuung am wirksamsten die depressive Symptomatik linderte.

Dies deutet laut der Studienautoren und -autorinnen darauf hin, dass die soziale Komponente eine entscheidende Rolle für die antidepressive Wirkung von Bewegung spielt. Längerfristiges Training über 24 Wochen zeigte dabei die deutlichsten Effekte. Bei Angstsymptomen hatten aerobe, Kraft-, Body-Mind- und gemischte Bewegungsformate jeweils einen mittleren Einfluss, wobei weniger intensive und kürzere Interventionen bis zu acht Wochen am wirksamsten waren.

Maßgeschneiderte Interventionen

Trotz möglicher Einschränkungen bei den Ergebnissen, die sich etwa durch unterschiedliche Interpretationen der Trainingsintensitäten ergeben, kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass Bewegung die Symptome von Angstzuständen und Depressionen in allen Altersgruppen wirksam reduziert, vergleichbar oder sogar besser als pharmakologische und psychologische Interventionen wie Gesprächstherapie.

Da sich verschiedene Trainings unterschiedlich stark auswirken, sei es sinnvoll, maßgeschneiderte Bewegungsprogramme zu verordnen, schreiben die Autoren. Angesichts der Kosteneffizienz und Zugänglichkeit von körperlichem Training betonen sie das Potenzial als Erstintervention, vor allem in Umgebungen, in denen herkömmliche Behandlungen psychischer Erkrankungen weniger zugänglich sind.

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