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Neujahrsempfang der Heilberufler
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Arnold und Münch warnen vor Versorgungslücken

Apothekerverband sowie -kammer in Sachsen-Anhalt drängen auf eine wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken. Ohne eine auskömmliche Finanzierung gerate die Versorgungssicherheit in Gefahr, so die Spitzen Mathias Arnold und Andreas Münch zum heutigen Neujahrsempfang der Heilberufler in Magdeburg.
AutorKontaktPZ
Datum 14.01.2026  15:30 Uhr

»Unsere wohnortnahen Apotheken sind eine unverzichtbare Säule der Gesundheitsversorgung. Sie gewährleisten die sichere und fachkundige Abgabe von Arzneimitteln, leisten umfassende Beratung und übernehmen zahlreiche Gemeinwohlpflichten«, betonte Arnold laut einer gemeinsamen Mitteilung von Kammer und Verband. Damit sie diese Aufgabe auch in Zukunft erfüllen könnten, brauche es neben einer verstärkten Zusammenarbeit der Heilberufe eine auskömmliche Finanzierung.

Die Versorgung mit Arzneimitteln sei immer mit der notwendigen Beratung verbunden und deshalb eine heilberufliche Leistung. Arnold wies darauf hin, dass die derzeitige Vergütung »in keiner Weise die erheblichen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre« berücksichtige. »Eine solide Finanzierung ist jedoch Voraussetzung dafür, dass Apotheken ihre Aufgaben weiterhin zuverlässig wahrnehmen und darüber hinaus präventive Angebote anbieten können, die langfristig Kosten im Gesundheitssystem sparen.«

Die Bedeutung in Krisenzeiten

Dabei gingen die Aufgaben der Apotheken deutlich über die Arzneimittelabgabe hinaus, ergänzte Kammerpräsident Jens-Andreas Münch. »Apothekerinnen und Apotheker hinterfragen Eigendiagnosen, weisen auf Risiken hin, empfehlen gegebenenfalls nicht-medikamentöse Behandlungsoptionen oder verweisen an Ärztinnen und Ärzte.« Die Beratung in der Apotheke sei nicht ersetzbar. Auch in Krisenzeiten sei ein flächendeckendes Apothekennetz essenziell für die Versorgungssicherheit.

Münch verwies auf die wirtschaftliche Schieflage, in der sich die Apotheken befänden. Große Player wie die EU-Versandapotheken nutzten rechtliche Grauzonen aus, um sich in lukrativen Segmenten wie OTC und Dauermedikation zu bedienen. Apotheken hätten hingegen kostenintensive Gemeinwohlpflichten zu erfüllen.

Diese finanzierten sie bislang mit einer Mischkalkulation – die allerdings aus dem Gleichgewicht geraten könnte, wenn die Apotheken nicht mehr ausreichend finanziert seien. Das Apothekensterben insbesondere auf dem Land verdeutliche diese Gefahr. Es brauche eine »angemessene Honorierung der heilberuflichen Leistungen der Apotheken, verlässliche Kooperationen im Gesundheitswesen und faire Wettbewerbsbedingungen«. 

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