| Cornelia Dölger |
| 16.03.2026 18:18 Uhr |
So wie hier im Juni 2023 sollen am 23. März erneut Protestierende den Düsseldorfer Burgplatz bevölkern. Das Reformgesetz befindet sich in einer entscheidenden Phase im Gesetzgebungsprozess. Die Proteste sollen Signalwirkung haben. / © Imago/Olaf Döring
Der geplante Protest müsse »laut sein und von möglichst vielen Betroffenen aktiv unterstützt werden«, unterstreichen Constantin Biederbick und Sebastian Berges. Die beiden TGL-Vorsitzenden betonen: »Es geht um unsere Zukunft.« Die Teams seien ausdrücklich aufgerufen, am 23. März nach Düsseldorf zu fahren und auf dem Burgplatz für die Ziele der Apotheken zu protestieren.
Zur Geschlossenheit und mithin zu einem starken Signal in einer entscheidenden Phase des Gesetzgebungsprozesses hatte auch die ABDA aufgerufen. ABDA-Präsident Thomas Preis appellierte an die Teams, sich dafür einzusetzen, dass die im Koalitionsvertrag angekündigte Honoraranpassung zeitnah umgesetzt wird. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will das Koalitionsversprechen einhalten – die ABDA will ihren Kurs stützen. Seit nunmehr 13 Jahren herrsche ein Honorarstillstand, der dringend beendet werden müsse. Apotheken bräuchten wieder eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive.
Dem pflichten Biederbick und Berges bei. »Die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken ist inzwischen äußerst angespannt. Wenn wir die flächendeckende Arzneimittelversorgung sichern wollen, braucht es endlich eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage für unsere Betriebe«, so TGL-Chef Biederbick. Der Honorarstillstand »passt schlicht nicht mehr zur Realität steigender Kosten und wachsender Anforderungen«.
Der 2. TGL-Vorsitzende Berges ergänzte, auch für die Entwicklung von Tariflöhnen im Apothekenbereich brauche es zunächst wirtschaftlichen Spielraum in den Betrieben. Dieser Spielraum werde nur mit der angekündigten Honoraranpassung ermöglicht.
Am 23. März versammeln sich die Apothekenteams ab 11 Uhr auf dem Düsseldorfer Burgplatz in der Nähe des nordrhein-westfälischen Landtags. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte gegenüber der PZ Verständnis für die Apothekenproteste gezeigt. »Ohne die Apotheke vor Ort ist für mich eine gute Arzneimittelversorgung der Bevölkerung nicht denkbar«, so Laumann. Auch aus Bayern, Berlin und Niedersachsen kommt politischer Rückenwind. Proteste finden am 23. März auch in Berlin, Hannover und München statt.
Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) bewegt sich im parlamentarischen Verfahren auf die Zielgerade zu. Am 27. Februar befassten sich die Bundestagsabgeordneten mit dem Entwurf, der Bundesrat hat das Gesetz bereits am 30. Januar 2026 beraten und in seiner Stellungnahme Nachbesserungen gefordert. Die Bundesregierung lehnte die Vorschläge allerdings nahezu komplett ab.