v.l.n.r.: Apotheker Christoph Schostek, Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, MdB Daniel Kölbl (CDU). / © AKSH
Im Hotel Cap Polonio in Pinneberg stand Ministerin Warken den rund 200 Teilnehmenden Rede und Antwort – zum geplanten Primärversorgungssystem, der Zukunft der elektronischen Patientenakte (ePA) und der Krankenhausreform. Applaus erntete sie Teilnehmern zufolge für die erneute Versicherung, dass Zahnarztbehandlungen auch künftig von den Krankenkassen erstattet werden sollen.
Auch die Apothekerschaft war in Pinneberg vertreten, in Person von Christoph Schostek, Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Schleswig-Holstein. »Die Ministerin kennt die dramatische wirtschaftliche Lage, in der sich die Apotheken in Deutschland befinden«, berichtet Schostek aus seinem Gespräch.
Vor 23 Jahren hat Schostek die Flora-Apotheke in Pinneberg übernommen. Der Inhaber habe Warken verdeutlicht, dass die finanzielle Situation infolge steigender Kosten bei stagnierendem Honorar zunehmend schwieriger geworden sei. Die bislang ausbleibende Erhöhung des Fixums sei ein klarer Bruch des Koalitionsvertrags. »Die Honorarerhöhung auf 9,50 Euro ist kein Nice-to-have, sondern gesundheitsökonomisch zwingend erforderlich, um die Existenz der 553 verbliebenen Apotheken im nördlichsten Bundesland zu sichern«, unterstrich Schostek.
Ministerin Warken habe auf die schwierige finanzielle Lage der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verwiesen, die eine sofortige Anhebung des Fixums verhindert habe. Sie fühle sich aber an die Inhalte des Koalitionsvertrags gebunden, versicherte Warken.
Und im weiteren Gespräch habe sie klargestellt, dass die Honorarerhöhung kommen werde. Die Finanzkommission Gesundheit sei angewiesen, die Erhöhung des Fixums zu berücksichtigen und in die Berechnungen einzupreisen. Parallel zum parlamentarischen Verfahren des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) solle dann auch die 9,50 Euro in die Arzneimittelpreisverordnung aufgenommen werden. »Das Fixum kommt«, so die Ministerin.
Schostek tauschte sich mit Warken und dem Bundestagsabgeordneten für den Kreis Pinneberg, Daniel Kölbl, auch zu anderen Themen aus und war vom Detailwissen der Ministerin im Bereich der Apotheken beeindruckt. Warken setze sich ernsthaft und auf Augenhöhe mit den Problemen des Berufsstandes auseinander.