In Pflegeheimen leben viele vulnerable Menschen auf engem Raum. Ein vollständiger Impfschutz ist für sie daher besonders wichtig. / © Getty Images/Shannon Fagan
Apotheker Dr. Björn Schittenhelm, Inhaber der Alamannen Apotheke in Holzgerlingen, hat sich mit dem Thema »Impfen von Heimbewohnerinnen und -bewohnern« intensiv beschäftigt. »Pflegeheime sind aus infektiologischer Sicht Hochrisikoumgebungen. Gleichzeitig sehen wir dort häufig organisatorische Hürden bei Impfangeboten. Apotheken können hier eine wichtige Brücke in der Prävention sein«, sagte Schittenhelm der Pharmazeutischen Zeitung.
»Viele Apotheken versorgen Pflegeheime bereits seit Jahren zuverlässig mit Arzneimitteln. Diese bestehenden Strukturen können auch genutzt werden, um Impfangebote besser zu organisieren«, so Schittenhelm weiter. Regelmäßige Kontakte mit dem Pflegepersonal als Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und nicht zuletzt die räumliche Nähe der Offizinen zu den Einrichtungen seien weitere Faktoren, die das Impfen in Pflegeheimen zum Erfolg werden lassen.
Erste praktische Ansätze zeigen laut Schittenhelm, dass Apotheken Impfaktionen organisatorisch unterstützen oder selbst durchführen können – etwa durch aufsuchende Impfangebote oder durch koordinierte Impftermine in den Einrichtungen.
»Besondere Herausforderungen ergeben sich dabei unter anderem bei der Einwilligungsfähigkeit, der Organisation der Aufklärung, der Dokumentation sowie bei der Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten«, fasst Schittenhelm zusammen. Die Erfahrung aus der Heimversorgung zeige jedoch, dass Apotheken bereits heute über etablierte Strukturen verfügen, um solche Prozesse sicher zu organisieren. Diese Strukturen könnten ausgebaut werden, wenn die Impfbefugnis der Apotheker künftig, wie in der geplanten Apothekenreform vorgesehen, auf sämtliche Totimpfstoffe ausgeweitet wird.