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Bremen besonders betroffen
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Apothekensterben geht 2025 weiter

Das Apothekensterben setzte sich im Jahr 2025 ungebremst fort. Besonders dramatisch ist die Lage im Stadtstaat Bremen. Aktuell erscheint es unwahrscheinlich, dass das Jahr 2026 eine Trendwende bringen wird. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 09.01.2026  15:34 Uhr

Die Zahl der Apotheken in Deutschland geht seit Jahren dramatisch zurück. Im Januar 2025 meldete die ABDA, dass die Zahl der Offizinen in der gesamten Bundesrepublik auf den niedrigsten Stand seit 1978 gesunken war. Eine Abfrage der PZ bei den Apothekerkammern der Bundesländer zeigt jetzt, dass auch das Jahr 2025 keine Trendwende brachte. 

Alle Bundesländer, zu denen aktuell Zahlen vorliegen, verzeichneten deutlich mehr Apothekenschließungen als Neueröffnungen:

  • Bremen (-4,1%) hat im viertel Quartal des Jahres 2025 eine Schließung und keine Neueröffnung verzeichnet. Die Zahl der Apotheken ging im gesamten Jahr 2025 um fünf zurück. Der Stadtstaat hatte zum Jahresende noch 118 Offizinen, ein Rückgang um 4,1 Prozent in einem Jahr. 
  • Mecklenburg-Vorpommern (-2,5%) hat im vierten Quartal drei Apothekenschließungen und keine Neueröffnung verzeichnet. Die Zahl der Apotheken ging im gesamten Jahr 2025 um neun zurück. Zum Jahresende gab es im Nordosten noch 351 öffentliche Apotheken, ein Rückgang um 2,5 Prozent in einem Jahr. 
  • Das Saarland (-2,4%) hat im vierten Quartal drei Schließungen und keine Neueröffnung verzeichnet. Die Zahl der Apotheken ging im gesamten Jahr 2025 um sechs zurück. Zum Jahresende gab es im kleinsten Flächenland noch 249 Offizinen, ein Rückgang um 2,4 Prozent in einem Jahr. 
  • Sachsen (-1,5%) hat im vierten Quartal drei Schließungen und zwei Neueröffnungen verzeichnet. Die Zahl der Apotheken ging im gesamten Jahr 2025 um 13 zurück. Zum Jahresende gab es in Sachsen noch 867 Offizinen, ein Rückgang um 1,5 Prozent in einem Jahr. 
  • Schleswig-Holstein (-1,8%) hat im vierten Quartal drei Schließungen und keine Neueröffnung verzeichnet. Die Zahl der Apotheken ging im gesamten Jahr 2025 um zehn zurück. Zum Jahresende gab es im Norden noch 554 Apotheken, ein Rückgang um 1,8 Prozent in einem Jahr. 
  • Thüringen (-2,7%) hat im viertel Quartal zwei Schließungen und eine Neueröffnung verzeichnet. Die Zahl der Apotheken ging im gesamten Jahr 2025 um 13 zurück. Zum Jahresende gab es in dem Freistaat noch 476 Apotheken, ein Rückgang um 2,7 Prozent in einem Jahr. 
  • Westfalen-Lippe (-2,6%) hat im vierten Quartal 20 Schließungen und eine Neueröffnung verzeichnet. Die Zahl der Apotheken ging im gesamten Jahr 2025 um 43 zurück. Zum Jahresende gab es in Westfalen-Lippe noch 1613 Apotheken, ein Rückgang um 2,6 Prozent in einem Jahr. 

Wenig Grund für Optimismus 

Aktuell erscheint es nicht sehr wahrscheinlich, dass der Abwärtstrend im Jahr 2026 stoppen wird. Zwar arbeitet die Bundesregierung an einer großen Apothekenreform, doch die eigentlich im Koalitionsvertrag versprochene Erhöhung des Fixhonorars wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Sebastian Schwintek, Apothekenexperte der Treuhand-Hannover, erklärte im Oktober im Podcast PZ-Nachgefragt, dass die aktuellen Reformbemühungen der Bundesregierung nicht dazu geeignet seien, das Apothekensterben zu beenden. »Gerade kleinere Apotheken im städtischen Raum sind in besonderer Gefahr. Für die tut diese Reform nahezu nichts«, so die Einschätzung des Experten.

Vertreterinnen und Vertreter der Apothekerschaft schätzen die Situation ähnlich ein. »Gerade mit Blick auf die geplanten tiefgreifenden Änderungen in der neu aufgewärmten Apothekenreform des Bundesgesundheitsministeriums können wir nichts erkennen, was tatsächlich eine sofort wirksame Hilfe wäre. Im Gegenteil, die Pläne werden dafür sorgen, dass die Versorgung gerade auf dem Land weiter geschwächt wird«, sagte beispielsweise Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen. 

Andreas Walter, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, ist mit Blick auf die Reform ebenfalls skeptisch und mahnt: »Die Regierung muss die versprochene Stärkung der Vor-Ort-Apotheken möglichst schnell umsetzen. Anderenfalls gefährdet sie die flächendeckende Versorgung.« 

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