| Lukas Brockfeld |
| 09.01.2026 15:34 Uhr |
Auch diese Apotheke in Berlin musste aufgeben. / © Imago/Joko
Die Zahl der Apotheken in Deutschland geht seit Jahren dramatisch zurück. Im Januar 2025 meldete die ABDA, dass die Zahl der Offizinen in der gesamten Bundesrepublik auf den niedrigsten Stand seit 1978 gesunken war. Eine Abfrage der PZ bei den Apothekerkammern der Bundesländer zeigt jetzt, dass auch das Jahr 2025 keine Trendwende brachte.
Alle Bundesländer, zu denen aktuell Zahlen vorliegen, verzeichneten deutlich mehr Apothekenschließungen als Neueröffnungen:
Aktuell erscheint es nicht sehr wahrscheinlich, dass der Abwärtstrend im Jahr 2026 stoppen wird. Zwar arbeitet die Bundesregierung an einer großen Apothekenreform, doch die eigentlich im Koalitionsvertrag versprochene Erhöhung des Fixhonorars wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Sebastian Schwintek, Apothekenexperte der Treuhand-Hannover, erklärte im Oktober im Podcast PZ-Nachgefragt, dass die aktuellen Reformbemühungen der Bundesregierung nicht dazu geeignet seien, das Apothekensterben zu beenden. »Gerade kleinere Apotheken im städtischen Raum sind in besonderer Gefahr. Für die tut diese Reform nahezu nichts«, so die Einschätzung des Experten.
Vertreterinnen und Vertreter der Apothekerschaft schätzen die Situation ähnlich ein. »Gerade mit Blick auf die geplanten tiefgreifenden Änderungen in der neu aufgewärmten Apothekenreform des Bundesgesundheitsministeriums können wir nichts erkennen, was tatsächlich eine sofort wirksame Hilfe wäre. Im Gegenteil, die Pläne werden dafür sorgen, dass die Versorgung gerade auf dem Land weiter geschwächt wird«, sagte beispielsweise Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen.
Andreas Walter, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, ist mit Blick auf die Reform ebenfalls skeptisch und mahnt: »Die Regierung muss die versprochene Stärkung der Vor-Ort-Apotheken möglichst schnell umsetzen. Anderenfalls gefährdet sie die flächendeckende Versorgung.«