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Erreichbarkeitsanalysen
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Apothekenschwund für Kassen nicht versorgungsrelevant

Die Kassen bringen sich mit Studien zur Erreichbarkeit von Apotheken in Stellung. Vor der Anhörung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) heute im Gesundheitsausschuss verweisen sie auf Daten, die eine weiterhin gute Versorgungslage trotz Apothekenschwund darstellen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 04.03.2026  11:40 Uhr
Apothekenschwund für Kassen nicht versorgungsrelevant

Für die Kassen steht fest: An Apotheken mangelt es nicht, und von einer Versorgungslücke kann keine Rede sein. Kurz vor der Verbändeanhörung zum ApoVWG machen sie das noch einmal deutlich. So bewertet der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) die Versorgungslage in Deutschland als entspannt, wie die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« heute schreibt; es bestehe laut einem neuen  Apothekengutachten »ein gutes und solides Netz an Apotheken«, sei der Verband überzeugt.

 In seiner Stellungnahme zum ApoVWG zitiert der GKV-SV aus diesem Gutachten. Dieses habe dargelegt, »dass trotz der Abnahme der Anzahl der Apotheken, die Entfernung zur nächsten Apotheke in den vergangenen fünf Jahren nahezu gleich geblieben ist«, schreibt er. Laut FAZ hat der Kassenverband das Gutachten beim IGES-Institut in Auftrag gegeben. Iris an der Heiden vom IGES-Institut, die am umstrittenen 2hm-Honorargutachten aus dem Jahr 2017 beteiligt war, wird heute als Einzelsachverständige im Gesundheitsausschuss Auskunft geben; sie war von der Grünen-Fraktion benannt worden.

Einen Zusammenhang zwischen dem anhaltenden Apothekensterben und einer schlechter werdenden Versorgung sieht der Verband mithin nicht. Auf dieses Risiko weist die ABDA hingegen stets hin, unter anderem anhand von Daten des Marktforschungsunternehmens IQVIA, wonach durch die vielen Apothekenschließungen zwischen 2018 und 2023 mehr als zwei Millionen Personen längere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen müssten.

Studie bestätigt Rückgang der Standorte

Die IGES-Studie bestätige zwar den Rückgang der Standorte um 12 Prozent oder 2310 Betriebe, schreibt die FAZ. Die Erreichbarkeit von Apotheken per Auto sei davon aber kaum berührt; sie sei in einem Radius von 6 Kilometern nur um 0,6 Prozentpunkte zurückgegangen. Fast jeder Bundesbürger habe im Jahr 2025 mit dem Auto »in maximal 15 Minuten eine Apotheke« erreicht, zitiert die FAZ aus dem Gutachten. Auch zu Fuß seien die Standorte trotz leichter Verschlechterung weiter für fast 42 Prozent der Bevölkerung in 15 Minuten erreichbar.

Das IGES-Institut legt einen Maßstab für »Versorgungssicherheit« von 5 Kilometern zugrunde, der international gebräuchlich sei. Nach dieser Lesart sei die Versorgungssicherheit mit Apothekenleistungen nach wie vor für mehr als 90 Prozent der Bundesbürger gegeben. Die Situation habe sich also »trotz erheblicher Standortverluste« in den vergangenen Jahren »nur für einen geringen Anteil der Bevölkerung verschlechtert«, resümieren die Autoren.  »Das Niveau der Erreichbarkeit mit Auto und zu Fuß ist ähnlich wie im Jahr 2020.« Das Gutachten hält zudem fest, dass der Apothekenschwund insbesondere städtische Gebiete betreffe; das liege vor allem am Wettbewerb untereinander.

Zu dem Ergebnis kommt auch eine weitere Analyse aus dem Kassenlager. So untersuchte das Barmer-Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg) die räumliche Entfernung für die Bevölkerung zu einem Apothekenstandort mittels geografischer Daten. Das Ergebnis ist seit Kurzem öffentlich.

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