| Lukas Brockfeld |
| 10.03.2026 12:30 Uhr |
Am 23. März soll auf dem Odeonsplatz protestiert werden. / © Imago/Christian Offenberg
Am 23. März ist es soweit: In ganz Deutschland sollen Apotheken schließen um ein Zeichen für eine bessere Vergütung zu setzen. Zudem sind in Berlin, Hannover, Düsseldorf und München Kundgebungen geplant. Hans Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbands (BAV) und des Deutschen Apothekerverbands (DAV), hat nun im Podcast »BAV Akut« die Hintergründe des Protestes in München erläutert.
Die Kundgebung soll demnach am 23. März von 12 bis 14 Uhr auf dem Odeonsplatz in München stattfinden. Der BAV empfiehlt den Teilnehmenden schon etwas früher vor Ort zu erscheinen, da der Verband Protestmaterial wie Schilder und Trillerpfeifen ausgeben möchte. Auch eigene Materialien können mitgebracht werden. Der BAV betont, dass man darauf achten solle, dass man nicht gegen etwas, sondern für eine bessere Vergütung und die Umsetzung des Koalitionsvertrag protestiere. Der Verband will die Apothekerschaft über seine üblichen Kanäle zu allen organisatorischen Fragen auf dem Laufenden halten.
Hubmann erläuterte im Podcast, dass man sich bewusst gegen eine einzige zentrale Kundgebung in Berlin entschieden habe. »Vier große Orte sind deutlich vorteilhafter. Wir erzielen an vier Stellen mediale Aufmerksamkeit. Außerdem geben wir möglichst vielen Menschen die Möglichkeit, an den Protesten teilzunehmen«, so der DAV-Vorsitzende.
Die Kundgebungen sind laut Hubmann unbedingt notwendig. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) habe die Erhöhung des Fixums zwar schon mehrfach zugesagt, doch auch die übrige Bundesregierung müsse auf die prekäre wirtschaftliche Lage vieler Apotheken aufmerksam gemacht werden. Auch die Schließungen seien wichtig. »Die Bevölkerung muss sehen, was verloren geht, wenn die Apotheke nicht mehr da ist, weil sie aus wirtschaftlichen Gründen schließen muss«, sagte Hubmann im Podcast.
Es war dem DAV-Vorsitzenden wichtig zu betonen, dass man nicht gegen Gesundheitsministerin Warken demonstriere. Diese habe sich immer offen für die Belange der Apotheken gezeigt. »Wir protestieren für die Erfüllung des Koalitionsvertrags und die Umsetzung der 9,50 Euro«, so Hubmann.
Für den Erfolg der Proteste sei es entscheidend, dass möglichst viele Apothekerinnen und Apotheker zu den Kundgebungen kommen. »Wir müssen gemeinsam Stärke zeigen und geschlossen auftreten. Allein die Macht der Bilder von vielen Apothekerinnen und Apotheker muss zeigen, dass es uns ernst ist und dass wir dringend auf die Erhöhung des Honorars angewiesen sind. Sonst hat die Apotheke vor Ort aus wirtschaftlichen Gründen immer weniger Perspektiven«, erklärte Hubmann.
Die PZ führt auf ihrem WhatsApp-Kanal eine Umfrage zur Beteiligung am Protesttag durch. Die erste Tendenz ist positiv. Teilen Sie uns gerne mit, ob Ihr Apothekenteam an den Kundgebungen teilnehmen wird!