Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Honorarerhöhung
-
Apothekenprotest am 23. März

Mit Apothekenprotesten will die Apothekerschaft am 23. März 2026 ihrer Kritik an den Reformplänen der Regierung öffentlich Nachdruck verleihen. Geplant sind bundesweite Apothekenschließungen und Protestveranstaltungen. Das hat die ABDA-Mitgliederversammlung soeben einstimmig beschlossen.
AutorAlexander Müller
Datum 25.02.2026  12:04 Uhr

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) soll am Freitag (27. Februar) zur 1. Lesung in den Deutschen Bundestag eingebracht werden. Parallel liegt eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Notifizierung in Brüssel.

Die Hauptkritikpunkte der Apothekerschaft sind die bislang ausbleibende Honorarerhöhung sowie die geplante PTA-Vertretung. Die ABDA hat bereits eine Petition gestartet und die Mitgliederversammlung eine entsprechende Resolution einstimmig angenommen.

Jetzt soll es am 23. März – analog zu den Protesten im Jahr 2023 – Proteste geben, mit einem Unterschied. Statt mittwochs soll diesmal an einem Montag demonstriert werden. Die Apotheken sollen bundesweit schließen, die Arzneimittelversorgung soll über die notdiensthabenden Apotheken sichergestellt werden.

Bundesweiter Protest 2023

Den bislang größten bundesweiten Protest gab es am 14. Juni 2023. Nach Angaben der ABDA hatten 86 Prozent der Apotheken an diesem Tag ganztags geschlossen, weitere 8 Prozent versorgten nur über die Notdienstklappe. 5 Prozent leisteten Notdienste und waren deshalb nicht geschlossen. Nur 1 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage gab an, sich gar nicht an den Protesten beteiligt zu haben.

In mehreren Städten im gesamten Bundesgebiet gab es Demonstrationen und Protestveranstaltungen, alleine bei den beiden größten Demos in Düsseldorf und Berlin versammelten sich zusammen mehr als 12.000 Menschen. Seinerzeit ging es neben der fehlenden Honoraranpassung um den Wunsch nach mehr Flexibilität beim Handling der Lieferengpässe und eine finanzielle Anerkennung für diese Mehrarbeit.

Im Herbst 2023 folgte eine zweite Welle von Protesten und dezentralen Kundgebungen in Hannover, Dortmund, Stuttgart und Dresden gegen die Reformpläne des damaligen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD). Dessen Apotheken-Reformgesetz scheiterte schließlich auch am Widerstand des Koalitionspartners FDP.

Mehr von Avoxa