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Hamburger Apothekerverein
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Apotheken sind »chronisch unterfinanziert«

In einer Pressemitteilung erklärt der Hamburger Apothekerverein, warum die bundesweiten Apothekenproteste wichtig sind, und bittet Patientinnen und Patienten um Verständnis, falls die Apotheken geschlossen sind. »Wir kämpfen mit unserem Protesttag auch dafür, dass Ihre Apotheke um die Ecke erhalten bleibt«, so Jörn Graue, Vorsitzender des Vereins. 
AutorKontaktPZ
Datum 18.03.2026  15:16 Uhr

Am Montag bleiben viele Apotheken bundesweit geschlossen. Dies entschied Ende Februar die Mitgliederversammlung der ABDA. Viele Landesapothekerverbände wie der hessische Landesverband haben Apotheken dazu aufgerufen, geschlossen zu bleiben. So auch der Hamburger Apothekerverein.

Neben Apothekenschließungen gibt es am 23. März zentrale Kundgebungen, Demonstrationen und Versammlungen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München. »Viele Apothekerinnen, Apotheker und deren Teams aus Hamburg werden nach Hannover fahren und dort protestieren«, so der Apothekerverein in einer Pressemitteilung. Die Arzneimittelversorgung soll durch Notdienstapotheken sichergestellt werden. Auch in Hamburg werden laut dem Apothekerverein am 23. März acht Notdienstapotheken geöffnet haben. 

»Die Apotheken in Hamburg befinden sich in einer existenzbedrohenden Situation, weil sie chronisch unterfinanziert sind«, sagt Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins: »Seit 13 Jahren wurde das Honorar bei der Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten nicht mehr angepasst. Im gleichen Zeitraum sind die Betriebskosten, vor allem die Löhne für das Personal, massiv gestiegen.« Laut dem Verein habe diese »chronische Unterfinanzierung« dazu geführt, dass bundesweit fast jede fünfte Apotheke für immer schließen musste.

Tatsächlich ging die Zahl der Apotheken in Deutschland laut den aktuellsten Daten der Apothekerkammern im Jahr 2025 weiter zurück. Diese beträgt nun circa 16.000 Betriebsstätten und hat damit ein neues Rekordtief erreicht. »Auch in Hamburg sieht es nicht besser aus«, so Graue. In Hamburg gibt es laut dem Verein derzeit 349 Apotheken. Das seien 65 Apotheken weniger als noch vor zehn Jahren. Damit habe sich die Apothekenzahl um 15,7 Prozent verringert. 

»Wir fordern die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einzulösen und die flächendeckende Versorgung durch eine faire Vergütung zu sichern«, so Graue. Mit dem Protest fordern die Apotheken die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen dazu auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Fixumserhöhung umzusetzen. Dieses liegt aktuell bei 8,35 Euro und soll auf 9,50 Euro erhöht werden. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat mehrfach betont, dass die Erhöhung umgesetzt wird.

»Unsere Patientinnen und Patienten bitten wir um Verständnis, wenn die Apotheken geschlossen sind. Wir kämpfen mit unserem Protesttag auch dafür, dass Ihre Apotheke um die Ecke erhalten bleibt. Und mehr noch: Wir bitten alle Menschen, sich in den nächsten Tagen und Wochen an unserer Online-Petition zu beteiligen«, so Graue. 

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