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»Bedeutendes Zukunftsthema«
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Apotheken leisten mehr pDL

Die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) in Apotheken wachsen kontinuierlich. Nach Zahlen der ABDA wurden im dritten Quartal 2025 insgesamt 216.000 pDL abgerechnet, im Vorjahreszeitraum waren es noch 156.000 pDL. ABDA-Präsident Thomas Preis forderte erneut eine angemessene Vergütung ein, um das Angebot auszuweiten.
AutorKontaktPZ
Datum 13.03.2026  10:20 Uhr

Mehr als die Hälfte der Apotheken bietet inzwischen pDL an. Im dritten Quartal 2025 waren es 8.800 von 16.600 Apotheken (Q3/2024: 7.900 Apotheken). »Die pharmazeutischen Dienstleistungen nutzen den Patientinnen und Patienten unmittelbar und verbessern die Versorgung spürbar. Unser Ziel ist es, die Implementierung weiter zu beschleunigen und die Angebote noch besser in der Breite zu verankern«, so Preis.

Trotz der positiven Entwicklung könnten die Apotheken deutlich mehr pDL mit den Krankenkassen abrechnen. Der Topf mit den dafür zur Verfügung stehenden Mitteln ist mit rund 570 Millionen Euro gut gefüllt. Aktuell fließen für jede zu Lasten der Kassen abgegebene Rx-Packung 20 Cent in diesen Fonds. Die Regierung plant, diesen Zuschuss in den Fonds für die Erbringung der Notdienste umzuleiten. pDL sollen perspektivisch direkt mit den Krankenkassen abgerechnet werden.

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sieht außerdem die Etablierung weiterer pDL vor, unter anderem um die Therapietreue zu erhöhen. Aktuell können die Apotheken fünf verschiedene Leistungen anbieten, unter anderem zur richtigen Anwendung von Inhalativa oder zur Medikationsanalyse. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat unlängst den Vertrag zur Honorierung der pDL gekündigt, da die 2022 von der Schiedsstelle festgelegten Honorierungen aus Sicht des DAV nicht mehr angemessen sind.

Neues Material zur Unterstützung

»Die pDL sind ein bedeutendes Zukunftsthema«, so Preis. Im April 2024 habe die ABDA ihr Zukunftskonzept vorgelegt und weitere pDL vorgeschlagen – und der Gesetzgeber sei gewillt, weitgehend zu folgen. »Zur Wahrheit gehört aber auch: Eine bessere Versorgung gibt es nicht zum Nulltarif. Die Apotheken brauchen ausreichend personelle und finanzielle Ressourcen, um diese zusätzlichen Leistungen anzubieten«, so Preis.

Die ABDA möchte ihrerseits die Apothekenteams dabei unterstützen, mehr pDL anzubieten. Es gibt neue Schulungs- und Informationsmaterialien, die den Apothekenteams die Ansprache der Patientinnen und Patienten erleichtern sollen. Außerdem gibt es Schulungsvideos, Experten-Podcasts, Workshops bei wissenschaftlichen Kongressen und umfangreiches Werbematerial.

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