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Tagesspiegel-Diskussion
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Apotheken als Schlüsselorte für Prävention

Warum Radiologie eine zentrale Rolle für eine verbesserte Prävention und Therapie in der Frauengesundheit einnehmen kann, diskutierten Expertinnen und Experten aus Medizin, Politik, Forschung und Patientenvertretung auf einer Veranstaltung in Berlin. Auch die Apotheken können eine besondere Rolle hinsichtlich Prävention einnehmen.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 10.03.2026  17:46 Uhr
Frauengesundheit und das Potenzial der Radiologie

Frauengesundheit und das Potenzial der Radiologie

Die Radiologie sei nicht mehr wegzudenken aus dem Bereich Prävention, Früherkennung und Vorsorge, führte Tagesspiegel-Moderatorin Ruth Ciesinger weiter in das Thema ein. Gertraud Stadler, Professorin für geschlechtersensible Präventionsforschung an der Charité Universitätsmedizin Berlin, ging in ihrem Eingangsstatement auf aktuelle Herausforderungen in der Frauengesundheit ein. Bei Frauen könne wesentlich weniger Krankheitslast durch die klassischen Risikofaktoren erklärt werden als bei Männern.

Insgesamt sieht Stadler große Herausforderungen, Datenlücken zu Geschlecht und anderen Diversitätsproblemen in Deutschland zu schließen. »Wir haben eine relativ schlechte Datenlage. Wir brauchen aber sehr gute Daten, damit wir mit der KI überhaupt arbeiten können«, so Stadler. »Wir wünschen uns, mehr Patientinnen in Studien einzuschließen.«

Christiane Kuhl, Präsidentin der Deutschen Röntgengesellschaft, und Cornelia Dewald, Oberärztin Interventionelle Radiologie der Medizinischen Hochschule Hannover, erläuterten in einem gemeinsamen Vortrag die Potenziale der Radiologie in der Frauengesundheit – unter anderem in den Bereichen Brustkrebs, bei gynäkologischen Erkrankungen wie Myomen (chronischer Beckenschmerz), Leber-, Herz- und Lungenkrankheiten sowie Möglichkeiten als minimal-invasive Behandlung akuter Blutungen.

Patientinnen bekommen nicht vollumfängliche Aufklärung

In der Diskussionsrunde betonte Cornelia Dewald, dass Patientinnen häufig nicht über alle Behandlungsalternativen informiert seien. »Das ist schade und unnötig«, sagte sie. »Es sollte eigentlich nicht so sein, dass Patientinnen selbst Recherche und Aufwand betreiben müssen, um eine volle Information zu einem medizinischen Thema zu erhalten. Wir sehen häufig, dass die vollumfängliche Aufklärung über alle Alternativen nicht erfolgt.« Beim Thema Früherkennung brauche es eine Aufklärung durch Ärzteschaft, Politik und Krankenkassen.

Gertraud Stadler sieht die Notwendigkeit, dass die Ärzteschaft untereinander besser zusammenarbeiten muss. Das hänge von Initiativen einzelner Ärztinnen und Ärzte ab, sagte sie. Hausärztinnen und Hausärzte seien zunehmend überlastet, dennoch sei es wichtig, dass hier auch Beratung zur Prävention geleistet werde.

Christiane Kuhl erläuterte, dass es an großen klinischen Studien im Bereich radiologischer Therapien mangele. »Wir brauchen mehr Möglichkeiten, solche klinischen Studien durchzuführen«, forderte sie. »Die Bereitschaft, klinische Studien zu finanzieren, muss sich ändern.« Auch Annette Kruse-Keirath, Vorständin bei der Allianz gegen Brustkrebs, kritisierte: »Aufgrund nicht vorhandener Daten bekommen wir nicht die speziellen Therapien.«

Bernhard van Treeck, unparteiisches Mitglied und Leiter des Unterausschusses Methodenbewertung beim Gemeinsamen Bundesausschuss, erklärte, dass der G-BA immer auf Grundlage der Evidenz entscheide. Dies sei maßgeblich für die Bewertung neuer Methoden in der Versorgung.

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer: Gerade in der Frauengesundheit, einem nach wie vor unterrepräsentierten Forschungs- und Versorgungsbereich, eröffnet die Radiologie neue Möglichkeiten für frühe, präzise und individualisierte Medizin. Radiologie könne, kombiniert mit geschlechtersensibler Forschung und klaren gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, eine zentrale Rolle für eine verbesserte Prävention und Therapie in der Frauengesundheit einnehmen.

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