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Stromausfall
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Apotheke für den Notbetrieb absichern

Der plötzliche Stromausfall für rund 45.000 Haushalte in Berlin nach einem Brandanschlag auf eine Stromverbindung hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig gerade für Apotheken eine gute Vorbereitung auf solche Katastrophenfälle ist. Eine Grundversorgung lässt dabei mit relativen kleinen Mitteln sicherstellen.
AutorAlexander Müller
Datum 07.01.2026  10:30 Uhr

Schon im Herbst 2025 gab es im Berliner Südosten einen Stromausfall, betroffen waren die Stadtteile Johannisthal, Adlershof und Altglienicke. In Adlershof liegt auch die Adler-Apotheke von Oscar Wilfried Lienau – und die war für den Ausfall bestens gerüstet, wie Lienau der PZ berichtete. 

Am Anfang steht demnach die Frage: Was muss unbedingt laufen? Im Sinne einer Minimalversorgung reicht es aus, wenn die Kühlschränke weiterlaufen, damit die gelagerten Arzneimittel oder Impfstoffe nicht verfallen. Ein Betrieb der Apotheke ist damit aber noch nicht gewährleistet.

Soll dieser möglichst aufrechterhalten werden, ist eine Grundversorgung notwendig. Für einen solchen vorübergehenden Notbetrieb müssen der Server und damit wenigstens die zentrale Kasse laufen, die Kühleinheiten über einen längeren Zeitraum funktionieren und gegebenenfalls noch ein Kommissionierautomat.

Bedarf individuell ermitteln

Der Strombedarf einer Apotheke kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen und sollte idealerweise vorab im Rahmen einer Verbrauchsanalyse gemessen werden. Die einzelnen Elemente können dann modular abgesichert werden.

Die Adler-Apotheke nutzt dazu beispielsweise die Notstromversorgung des Herstellers Eco-Flow. Dessen Minikraftwerk »Stream« mit rund 2KW Leistung kann bei einem kürzeren Ausfall übernehmen. Gerade für Server ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung wichtig.

Für längere Ausfälle sind größere Einheiten gefragt, die Adler-Apotheke verfügt über einen »Delta Pro« von Eco-flow. Bei Ausfällen von mehr als ein paar Stunden können die zentralen Reserven auch an einen Benzingenerator angeschlossen und wieder geladen werden. Auch Zusatzakkus sind erhältlich. Für eine solche Notstromversorgung muss die Apotheke dann allerdings einen mittleren vierstelligen Betrag investieren.

Wichtig neben der Bedarfsanalyse am Anfang ist das Energiemanagement im Ernstfall. Vorgaben, welche Geräte wann und wie zu laufen haben, werden am besten im QMS der Apotheke festgehalten.

Holger Seifert kümmert sich im Team der Adler-Apotheke um das Thema. »In der öffentlichen Diskussion wird Vorsorge oft so behandelt, als sei sie ein Sonderthema für Ausnahmezustände. In der Realität ist sie etwas anderes: Vorsorge ist die Fähigkeit, Versorgung zu verlängern, statt sie sofort zu verlieren. Wer Energie, Licht und minimale Funktionalität überbrücken kann, hält nicht nur sich selbst stabil – er kann im Ereignisfall auch anderen Stabilität geben. Das ist der Kern: Resilienz ist nicht nur Schutz. Resilienz ist die Fähigkeit, Hilfe leisten zu können, wenn Systeme nicht mehr verlässlich sind«, so Seifert.

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