| Cornelia Dölger |
| 12.03.2026 12:00 Uhr |
Für diese Woche hatten Gewerkschaften AOK-Beschäftigte im Tarifstreit zum Warnstreik aufgerufen. / © imago images/Müller-Stauffenberg
Die AOK-Beschäftigten kämpfen aktuell für mehr Geld. Die Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS) fordert nach einer Befragung ihrer Mitglieder bei einer Laufzeit von 12 Monaten »7,0 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 350 Euro monatlich«, rückwirkend ab Januar 2026. Die Tarifverhandlungen laufen seit Jahresbeginn, aber weil man sich bislang nicht einig wurde, riefen die GdS sowie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für den 10. März zu Warnstreiks der AOK-Beschäftigten auf. GdS und Verdi verhandeln jeweils einzeln mit der Arbeitgeberseite.
Nach zwei »ergebnislosen Verhandlungsrunden« mit der Tarifgemeinschaft der AOK (TGAOK) ziehe man »eine ernüchternde Bilanz«, teilte die GdS vorab mit. Das Arbeitgeberangebot sehe bei einer Laufzeit von 24 Monaten »Leermonate, eine Vergütungserhöhung von lediglich 2,0 Prozent ab Juli 2026 sowie weitere 2,0 Prozent ab Juli 2027 vor«, heißt es. Für Auszubildende seien zweimal 40 Euro monatlich mehr vorgesehen. Dieses Paket sei »völlig unzureichend«. Vor der anstehenden dritten Verhandlungsrunde sollte also Druck auf die Arbeitgeberseite gemacht werden.
Die Warnstreiks wertet die GdS im Nachgang als »deutliches Signal« an die TGAOK, also den Arbeitgeberverband der AOK. Die Beschäftigten der Landes-AOKs hätten »auf Kundgebungen in ganz Deutschland ein starkes Zeichen gesetzt – von Nord bis Süd, von Ost bis West«. Nun seien die Arbeitgeber am Zug.
Die Arbeitgeberseite sieht ihr Angebot ihrerseits weiterhin als Grundlage für die neue Verhandlungsrunde. Beide Seiten hätten sich auf lineare Entgelterhöhungen geeinigt und die Rahmenbedingungen festgelegt, heißt es heute vom AOK-Bundesverband.
Die TGAOK strebe einen »angemessenen« Abschluss an, der einerseits das Engagement der Beschäftigten würdige und andererseits »den schwierigen Rahmenbedingungen der Politik und der Finanzsituation der Krankenkassen gerecht wird«.
Seit Beginn der neuen Vergütungsrunde gab es bereits mehrere Streikwellen, zu denen die Gewerkschaften aufgerufen hatten. Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 17. März.