| Jennifer Evans |
| 08.04.2026 07:00 Uhr |
Akustischer Code: Spontane Motivationsrufe sind meist lauter, höher und rhythmischer als neutrale Sprache. / © Adobe Stock/WavebreakmediaMicro
Was am Streckenrand eines Marathons scheinbar intuitiv geschieht, entpuppt sich bei genauerer Analyse als erstaunlich strukturiert. Gemeint sind die Anfeuerungsrufe von Zuschauenden. Ein Forschungsteam um Dr. Marzena Żygis, Privatdozentin am Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS), identifizierte vier akustische Gestaltungen dieser Rufe. Die Ergebnisse sind im Fachjournal »Phonetica« veröffentlicht.
Zur Motivation rufen Fans entweder die Namen verschiedener Athletinnen und Athleten mit ähnlicher Dauer und längeren Pausen oder sie zerlegen die Namen in Silben, was rhythmischer klingt. Die dritte Variante beschreibt eine Mischform der beiden ersten Formen. Und beim vierten Muster handelt es sich um einen melodischen Ruf mit oft verlängerten Silben und mehreren Tonhöhenspitzen.
Wie sich zeigte, sind Anfeuerungsrufe höher, lauter und – entgegen der Erwartung – oft langsamer als neutrale Sprache. Zudem nutzen die Sprechenden eine größere Tonspanne beim Zujubeln. Laut Żygis ist vor allem die erhöhte Tonhöhe das zentrale Signal für die Unterstützung. Darüber hinaus könnte die gleichmäßige Rhythmik der Namensrufe den Bewegungsfluss der Sportlerinnen und Sportler stabilisieren und so ihre Ausdauer unterstützen.