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Soziale Wirkung
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Andere mögen uns mehr als wir denken

Menschen unterschätzen oft, wie sie bei anderen ankommen. Grund dafür ist eine kognitive Verzerrung, die in der Wissenschaft als Sympathielücke bezeichnet wird. Woher kommen die Selbstzweifel und wofür sind sie gut?
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 04.03.2026  10:00 Uhr

Oft machen wir uns Gedanken darüber, ob wir in Gesprächen mit Fremden zu gesprächig oder zu langweilig wirken. Einen triftigen Grund für die Grübelei gibt es aber nicht. Im Gegenteil: Wir wirken nämlich meist positiver auf andere als wir annehmen.

Dieser Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung hat die Wissenschaft den Namen »Liking Gap« oder Sympathielücke gegeben. Sie beschreibt also, wie weit die eigene Einschätzung von dem entfernt liegt, was eine andere Person über uns denkt und wie sympathisch wir auf sie wirken. Den Begriff hatte eine Forschungsgruppe im Jahr 2018 geprägt.

Eine neuere Untersuchung im Fachjournal »Computers in Human Behavior Reports« hat nun gezeigt, dass diese Sympathielücke gleichmaßen existiert, wenn Menschen via Textnachrichten, Audio- oder Videoanrufen kommunizieren.

Unsicherheiten bleiben unsichtbar

Warum wir bei Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern im Allgemeinen weniger negativ wegkommen als wir selbst befürchten, hat laut der Forschung mehrere Gründe. Erstens sind wir oft zu selbstkritisch. Zweitens überschätzen wir, wie deutlich andere unsere inneren Unsicherheiten tatsächlich wahrnehmen. Und drittens: Wir haben höhere Erwartungen an uns selbst als an andere.

Frühere Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass Menschen in Gesprächssituationen Signale von Zuneigung schlichtweg übersehen. Zu beschäftigt sind sie damit, was sie als Nächstes sagen wollen oder wie sie ihre »Leistung« beim Reden bewerten.

Am Ende hat das Kopfzerbrechen vielleicht auch etwas Gutes. Psychologinnen und Psychologen vermuten zumindest, dass dahinter der Drang steckt, Gespräche beim nächsten Mal besser zu führen – obwohl das ja nicht immer nötig wäre. 

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