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Zeckenstich
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An diesen Warnzeichen erkennt man Borreliose

Zecken können Krankheitserreger im Körper hinterlassen, zum Beispiel Borrelien. Wie man einer Infektion auf die Spur kommt und welche Rolle ein Zwei-Euro-Stück dabei spielt.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 23.05.2025  15:00 Uhr

Zecken übertragen in unseren breiten vor allem zwei Krankheitserreger: Borreliose-Bakterien und FSME-Viren. »Gegen FSME kann man sich mit einer Impfung schützen, eine solche Impfung gibt es gegen Borreliose allerdings nicht«, sagt Professor Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung. Eines Tages könnte sich das aber ändern: An Borreliose-Impfstoffen wird derzeit geforscht. Zwar kann die Erkrankung antibiotisch behandelt werden, doch wird sie mitunter nicht bemerkt oder nicht erkannt.

Borreliose wird auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt. Lyme und Old Lyme sind Städte im US-Bundesstaat Connecticut, in denen die Erkrankung im Jahr 1975 zum ersten Mal beschrieben wurde. »Auslöser sind Bakterien der Art Borrelia burgdorferi, die auch einfach Borrelien heißen«, sagt Kristina Huber, Ärztin beim Institut für Infektions- und Tropenmedizin am LMU Klinikum München. Eine Borreliose kann überall in Deutschland von Zecken auf Menschen übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich, »Betroffene sind nicht ansteckend«, sagt Huber. In den Monaten Juni, Juli und August kommt die Erkrankung gehäuft vor.

Wie hoch ist das Risiko, sich nach einem Zeckenstich zu infizieren?

»Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt kleinräumig sehr stark und kann bis zu 30 Prozent betragen«, heißt es auf der FAQ-Seite zur Borreliose vom Robert-Koch-Institut (RKI). »Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6 Prozent der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen.« 

»Nur 20 Prozent der Tierchen können eine Borreliose übertragen«, sagt Frank Erbguth. Und längst nicht jeder Stich einer befallenen Zecke hat eine Infektion zur Folge. Nach Angaben des RKI ist bei 0,3 bis 1,4 Prozent aller Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen.

Die Borrelien befinden sich im Darm der Zecke, sie muss also eine gewisse Zeit saugen, ehe sie die Bakterien überträgt. »Ist die Zecke mit Borrelien befallen, kann es nach frühestens vier bis sechs Stunden ab Beginn der Blutmahlzeit zu einer Infektion kommen«, so Kristina Huber. Daher sollte man Zecken sofort entfernen, wenn man sie an sich entdeckt.

Was sind typische Anzeichen für eine Borreliose?

Oft bleibt eine Borreliose unbemerkt. Treten Beschwerden auf, können sie sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. »Betroffen ist häufig die Haut«, sagt Kristina Huber. Symptome einer Borreliose können sich aber auch am Nervensystem, an den Gelenken und am Herz zeigen.

  • Haut: »Hier kann es zu einem roten Fleck in der Größe eines Zwei-Euro-Stücks kommen«, sagt Frank Erbguth. Die Rede ist von der sogenannten Wanderröte, die sich drei bis 30 Tage nach dem Zeckenstich rund um die Einstichstelle entwickelt. »Wird diese Rötung größer als ein Zwei-Euro-Stück, sollte man unbedingt ärztlichen Rat einholen«, so der Mediziner. Vor allem bei Kindern können in seltenen Fällen knötchenartige oder blaurote Schwellungen der Haut auftreten. Mitunter kann sich die Haut chronisch entzünden. Dazu kommt es aber nur in Einzelfällen.
  • Gelenke: Hier kommt es zu Gelenkentzündungen, der sogenannten Lyme-Arthritis. Betroffen sind oft Kniegelenke, daneben auch Sprung- oder Ellenbogengelenke. Die Entzündungen sind wiederkehrend und verlaufen zumeist schubweise.
  • Nervensystem: Eine Neuroborreliose liegt vor, wenn Borrelien das Nervensystem befallen. Die Beschwerden setzen wenige Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich ein. »Dabei kommt es zu brennenden Nervenschmerzen«, sagt Frank Erbguth. Es kann zu Lähmungen der angeschlossenen Muskeln oder zu einem Kribbeln und Taubheitsgefühlen in betroffenen Körperbereichen kommen. Auch ein- oder beidseitige Gesichtslähmungen sind möglich. Bei Kindern kann eine Neuroborreliose eine nichteitrige Hirnhautentzündung auslösen. Dazu können starke Kopfschmerzen und plötzliche Gesichtslähmungen kommen.
  • Herz: In wenigen Fällen kann im Verlauf der Borreliose auch das Herz in Mitleidenschaft gezogen sein. Möglich sind am Herz neben Entzündungen auch Rhythmusstörungen.

Bei Verdacht auf eine Borreliose ist es immer ratsam, rasch ärztliche Hilfe zu holen. »Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt«, sagt Kristina Huber. Er oder sie wird Betroffene gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen, etwa eine Dermatologin oder einen Neurologen. »Je früher eine diagnostizierte Borreliose mit Antibiotika behandelt wird, desto besser«, sagt Kristina Huber. So lassen sich schwere Krankheitsverläufe verhindern. In der Regel kommt es mit Antibiotika zu einer vollständigen Genesung.

Was kann man vorbeugend tun?

Oft heißt es, dass man bei einem Aufenthalt im Wald oder auf Wiesen Langärmeliges und lange Hosen tragen soll. Aus Sicht von Frank Erbguth ist das bei hohen Temperaturen im Sommer wenig praktikabel. »Besser ist es, vor dem Aufenthalt im Grünen ein zeckenabwehrendes Mittel auf die Haut aufzutragen.«

»Zusätzlich ist es nach Ausflügen in die Natur wichtig, sich selbst und die Kinder nach Zecken abzusuchen und sie zu entfernen«, rät Kristina Huber. Besonders in Augenschein sollte man dabei die Achselhöhlen, den Kopf und Haaransatz, den Bereich hinter den Ohren, aber auch Kniekehlen und die Leisten nehmen.

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